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Pfaff-Nähmaschine – Anleitung – Grundlagen zur Bedienung, zum Einfädeln und zum Nähen mit einer Pfaff-Maschine

Pfaff-Nähmaschine – Anleitung – Grundlagen zur Bedienung, zum Einfädeln und zum Nähen mit einer Pfaff-Maschine

Wer eine Pfaff aus dem Schrank holt oder zum ersten Mal vor einer neuen Maschine sitzt, bleibt oft an einer Kleinigkeit hängen: Der Faden liegt scheinbar richtig, doch unten bilden sich Schlaufen, oder die Maschine näht keinen einzigen Stich. Das ist mir schon bei robusten älteren Modellen ebenso begegnet wie bei modernen Computermaschinen. Meist steckt kein Defekt dahinter, sondern ein Faden, der eine Führung übersprungen hat, eine falsch eingesetzte Spule oder ein Nähfuß, der noch oben steht. Wenn die Grundgriffe sitzen, lässt sich eine Pfaff-Maschine gut und verlässlich bedienen. Die genaue Anordnung einzelner Teile unterscheidet sich allerdings je nach Modell – die Markierungen an der Maschine und die zugehörige Anleitung gehen deshalb vor.

Erst orientieren, dann den Faden einlegen

Bevor ich einfädle, schaue ich nach, ob Nähfuß und Nadel oben sind. Das Handrad drehe ich dabei nur zu mir hin, also in der Richtung, die für das jeweilige Modell angegeben ist. So kommt der Fadenhebel in seine höchste Stellung. Steht er unten, kann der Oberfaden später zu locker durch die Maschine laufen, auch wenn er auf den ersten Blick richtig eingefädelt wirkt. Der angehobene Nähfuß öffnet außerdem die Spannungsscheiben. Wird bei abgesenktem Fuß eingefädelt, liegt der Faden manchmal nicht richtig zwischen ihnen – ein häufiger Grund für ungleichmäßige Stiche.

Die meisten Pfaff-Maschinen besitzen einen gut sichtbaren Fadenweg mit kleinen Pfeilen oder Zahlen. Ich führe den Faden vom Garnrollenhalter durch die vorgesehenen Führungen, nach unten und wieder nach oben zum Fadenhebel, dann durch die Führungen an der Nadelstange und schließlich durch das Nadelöhr. Dabei lohnt es sich, den Weg wirklich mit dem Finger nachzugehen, statt sich nur auf die Erinnerung zu verlassen. Manche Modelle haben einen automatischen Nadeleinfädler; er erleichtert den letzten Schritt, ersetzt aber nicht das korrekte Einfädeln davor. Fadenstärke und Nadelöhr sollten zusammenpassen: Ein dicker Zierfaden lässt sich nicht zuverlässig durch ein sehr kleines Öhr ziehen.

Unterfaden und Spule: kleine Unterschiede, große Wirkung

Zum Aufspulen lege ich die Garnrolle auf den Halter und folge dem aufgedruckten Weg zum Spuler. Der Faden muss durch die dafür vorgesehene Führung laufen, bevor er auf die Spule kommt. Bei vielen Modellen wird der Spuler anschließend zur Seite geschoben oder eingerastet; dann dreht sich die Nadel beim Aufspulen nicht mit. Die ersten Windungen halte ich kurz fest und schneide das überstehende Ende nach einigen Umdrehungen ab. Eine gleichmäßig gefüllte Spule läuft ruhiger als eine, auf der der Faden nur an einer Seite liegt. Ist sie voll, stoppt der Spuler je nach Maschine automatisch oder muss von Hand gelöst werden.

Beim Einsetzen der Spule gibt es keine sichere Universalrichtung: Bei manchen Pfaff-Modellen liegt sie waagerecht in einem Toplader, bei anderen in einer Spulenkapsel. Auch die Richtung, in der sich der Faden abziehen soll, unterscheidet sich. Ich richte mich nach der kleinen Zeichnung an der Maschine oder im Handbuch und ziehe den Faden durch den Schlitz und unter die Spannungsfeder, falls das Modell diese Führung hat. Ein kurzer Zug sollte den Faden gleichmäßig ablaufen lassen, ohne dass die Spule herausspringt oder ruckartig blockiert. Die Spule darf nicht überfüllt sein und sollte zur Maschine passen; äußerlich ähnliche Spulen sind nicht immer austauschbar.

Die Nadel entscheidet oft über ein sauberes Stichbild

Wenn der Faden ständig reißt oder Stiche ausgelassen werden, prüfe ich die Nadel, bevor ich an der Fadenspannung drehe. Eine Nadel kann schon nach einem längeren Projekt stumpf oder leicht verbogen sein. Das sieht man nicht immer, aber man hört es manchmal: Ein leises Klacken beim Einstich ist ein guter Anlass, sie zu wechseln. Bei vielen Pfaff-Haushaltsmaschinen wird die Nadel mit der flachen Seite nach hinten eingesetzt; trotzdem sollte man die Ausrichtung im Handbuch des konkreten Modells kontrollieren. Die Nadel muss bis zum Anschlag in die Halterung geschoben und fest angezogen werden.

Auch der Stoff gibt die Nadelwahl vor. Für gewebte Baumwolle eignet sich meist eine Universalnadel, für elastische Maschenware eine Jersey- oder Stretch-Nadel, deren abgerundete Spitze die Maschen weniger leicht verletzt. Sehr feine Stoffe brauchen eine dünnere Nadel, Jeans und mehrere Lagen eine passend stärkere. Eine zu feine Nadel kann sich verbiegen oder brechen; eine zu grobe hinterlässt unnötig große Löcher. Wenn ich einen Stoff zum ersten Mal verarbeite, teste ich Nadel, Garn und Stich auf einem Reststück, möglichst mit derselben Lagenzahl wie im eigentlichen Projekt.

Erste Stiche auf einem Probestück

Für den Anfang wähle ich einen einfachen Geradstich und eine mittlere Stichlänge. Bei vielen Stoffen ist ein Wert um 2,5 mm ein brauchbarer Startpunkt, aber kein Gesetz: Feine Ware verträgt oft kürzere Stiche, bei dickerem Material darf der Abstand größer sein. Beide Fäden ziehe ich unter dem Nähfuß nach hinten. Dann lege ich den Stoff unter den Fuß, senke ihn ab und drehe das Handrad für die ersten Stiche von Hand, wenn das Material dick oder rutschig ist. Bei manchen Maschinen helfen die integrierten Markierungen auf der Stichplatte, die Nahtzugabe gleichmäßig zu führen.

Der Stoff wird von den Transporteuren weiterbewegt. Ich führe ihn deshalb nur leicht und halte ihn gerade, statt daran zu ziehen oder ihn hinter dem Fuß festzuhalten. Zu starkes Ziehen kann die Nadel verbiegen und eine Naht verziehen. Am Nahtanfang sichere ich die Stiche mit der Rückwärtsnähtaste, sofern das Modell eine hat. Für ein sauberes Ende nähe ich ein paar Stiche zurück oder sichere die Fäden auf andere Weise, wenn der Stoff dafür zu empfindlich ist. Bei dünnen Lagen hilft es oft, zunächst auf einem Stoffrest zu beginnen und dann ohne Zug auf das eigentliche Stück weiterzunähen.

Hat die Maschine einen Obertransport, der bei Pfaff häufig als IDT-System bezeichnet wird, kann er besonders bei Karos, mehreren Lagen oder rutschigen Stoffen nützlich sein. Er transportiert die obere Stofflage zusätzlich zur unteren. Nicht jedes Modell besitzt diese Funktion, und nicht jeder Nähfuß ist damit kompatibel. Vor dem Zuschalten oder Anbringen des passenden Fußes prüfe ich daher die Modellanleitung. Ein Obertransport gleicht auch keine falsch ausgerichteten Stoffkanten aus, kann aber verhindern, dass sich die Lagen gegeneinander verschieben.

Spannung, Geräusche und typische Fehler

Bei einem ausgewogenen Geradstich verschlingen sich Ober- und Unterfaden zwischen den Stofflagen. Sind auf der Unterseite große Schlaufen zu sehen, kontrolliere ich zuerst den Oberfadenweg und fädle bei angehobenem Nähfuß neu ein. Solche Schlaufen bedeuten nicht automatisch, dass die Oberfadenspannung zu niedrig eingestellt ist. Liegt der Unterfaden dagegen oben sichtbar auf dem Stoff, prüfe ich Spuleneinsetzung, Spulenkapsel und Oberfaden. Erst wenn beides korrekt sitzt, verändere ich die Spannung in kleinen Schritten und nähe nach jeder Änderung eine neue Probe.

Ein gerissener Faden kann an einem Grat am Nadelöhr, einer beschädigten Spule, einer falsch eingesetzten Nadel oder ungeeignetem Garn liegen. Bei ausgelassenen Stichen sind Nadeltyp und Einsetzrichtung besonders verdächtig. Klappert die Maschine plötzlich, stoppe ich und ziehe den Stoff nicht mit Gewalt heraus. Nadel hochstellen, Nähfuß anheben und die Fäden vorsichtig lösen. Wenn sich Garn unter der Stichplatte verfangen hat, schalte ich die Maschine aus und entferne Fussel oder Fadenreste behutsam. Ein Tropfen Öl gehört nur an die Stellen, die die Anleitung dafür vorsieht; viele neuere Modelle sind vom Benutzer nicht zu ölen.

Ein ruhiger Ablauf macht den Unterschied

Vor einer Naht nehme ich mir einen Moment für drei Kontrollen: Ist die Nadel passend und fest eingesetzt? Sind Ober- und Unterfaden korrekt geführt? Liegt der Stoff ohne Zug unter einem abgesenkten Nähfuß? Diese kurze Pause spart mehr Zeit, als sie kostet. Wenn die Maschine eine Fehlermeldung zeigt oder ungewöhnlich schwer läuft, hilft es nicht, das Fußpedal stärker zu drücken. Lieber anhalten, den Fadenweg prüfen und im Zweifel die Anleitung für genau dieses Modell aufschlagen. Pfaff hat über viele Jahre sehr unterschiedliche Maschinen gebaut; ein Schritt, der bei einer mechanischen Maschine stimmt, kann bei einer computergesteuerten Variante anders aussehen.

Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, wie sich eine korrekt eingefädelte Maschine anhört und wie der Stoff unter dem Fuß läuft. Das ist kein besonderer Trick, sondern entsteht durch kleine Proben und genaues Hinsehen. Gerade am Anfang muss eine Naht nicht auf Anhieb perfekt sein. Ein Reststück zeigt, ob Stichlänge und Spannung passen, bevor der gute Stoff auf dem Tisch liegt. Und wenn doch einmal Schlaufen entstehen, ist das meist keine Niederlage, sondern ein Hinweis: Die Maschine zeigt ziemlich deutlich, an welcher Stelle sie nicht so arbeitet, wie sie sollte.

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