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Großes Huhn häkeln – Anleitung kostenlos – Kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Häkeln eines großen Huhns

Großes Huhn häkeln – Anleitung kostenlos – Kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Häkeln eines großen Huhns

Bei einem großen Huhn entscheidet oft schon die Silhouette darüber, ob es nach gemütlichem Hofbewohner oder nach einer etwas unförmigen Kugel aussieht. Ich mag die Variante mit rundem Bauch, schmalem Hals und deutlich abgesetztem Kopf: Sie wirkt lebendig, lässt sich gut auf dem Sofa platzieren und ist trotzdem angenehm einfach zu häkeln. Der Körper entsteht in einem Stück. Dadurch gibt es weniger Nähte, an denen sich später Füllwatte herausarbeiten könnte.

Die Anleitung ist für ein Huhn von ungefähr 30 bis 35 cm Höhe gedacht. Die genaue Größe hängt von Garn, Nadel und persönlicher Häkelspannung ab. Gehäkelt wird in festen Maschen und fortlaufenden Runden. Wenn du schon einmal ein Amigurumi gearbeitet hast, wirst du die Form schnell erkennen; bei den Abnahmen lohnt es sich aber, langsam zu zählen. Gerade bei einem großen Kuscheltier fallen kleine Unregelmäßigkeiten stärker auf als bei einer Miniatur.

Material und kleine Vorbereitungen

Du brauchst etwa 200 bis 250 g Baumwoll- oder Acrylgarn in Weiß, Creme oder einer anderen Körperfarbe, dazu kleine Reste in Rot und Orange. Mit einer Häkelnadel von etwa 3,5 bis 4 mm wird das Maschenbild dicht genug, damit die Füllung nicht durchscheint. Eine Nadel zum Vernähen, Maschenmarkierer und waschbare Füllwatte gehören ebenfalls dazu. Für die Augen kannst du Sicherheitsaugen verwenden oder sie mit dunklem Garn aufsticken. Bei einem Spielzeug für kleine Kinder sind aufgestickte Augen die sichere Wahl.

Ein Maschenmarkierer am Rundenanfang ist hier keine Nebensache. Bei fortlaufenden Runden wandert der Anfang leicht, besonders wenn man zwischendurch das Werkstück ablegt. Prüfe nach jeder Zunahmerunde, ob die angegebene Maschenzahl stimmt. Wenn dein Maschenbild locker ist, nimm lieber eine kleinere Nadel, statt später mit besonders viel Füllwatte gegenzusteuern. Zu prall gefüllte Teile können sich an den Abnahmen unschön verziehen.

Der Körper mit Kopf und Hals

Die Form beginnt am unteren Ende des Bauches. Die Runden werden ohne Kettmasche gehäkelt; setze den Markierer jeweils in die erste Masche der neuen Runde. „Zun“ bedeutet zwei feste Maschen in dieselbe Masche, „Abn“ eine unsichtbare Abnahme über die vorderen Maschenglieder. Diese Abnahme ist von außen weniger sichtbar und hält die Oberfläche schön glatt.

Beginne mit einem Fadenring und häkle die folgenden Runden. Die Zunahmen werden gleichmäßig verteilt. In den Runden mit gleichbleibender Zahl häkelst du einfach eine feste Masche in jede Masche.

Runde Maschenzahl und Ausführung
1 6 feste Maschen in den Fadenring (6)
2 Jede Masche verdoppeln (12)
3 1 feste Masche, zun – sechsmal (18)
4 2 feste Maschen, zun – sechsmal (24)
5 3 feste Maschen, zun – sechsmal (30)
6 4 feste Maschen, zun – sechsmal (36)
7 5 feste Maschen, zun – sechsmal (42)
8 6 feste Maschen, zun – sechsmal (48)
9–18 Je 48 feste Maschen
19 6 feste Maschen, Abn – sechsmal (42)
20 5 feste Maschen, Abn – sechsmal (36)
21 4 feste Maschen, Abn – sechsmal (30)
22 3 feste Maschen, Abn – sechsmal (24)
23–26 Je 24 feste Maschen
27 3 feste Maschen, zun – sechsmal (30)
28 4 feste Maschen, zun – sechsmal (36)
29 5 feste Maschen, zun – sechsmal (42)
30–35 Je 42 feste Maschen
36 5 feste Maschen, Abn – sechsmal (36)
37 4 feste Maschen, Abn – sechsmal (30)
38 3 feste Maschen, Abn – sechsmal (24)
39 2 feste Maschen, Abn – sechsmal (18)
40 1 feste Masche, Abn – sechsmal (12)
41 Abn sechsmal, Öffnung schließen (6)

Nach Runde 18 ist der Bauch am breitesten. Die folgenden Abnahmen formen ihn zu einem schmaleren Hals, bevor die Zunahmen den Kopf aufbauen. Fülle den Bauch schon während der ersten Verkleinerungen, nicht erst am Ende. Für den Hals genügt eine kleinere Menge; stopfst du ihn zu fest, wird der Übergang zum Kopf steif und das Huhn kann später nicht mehr natürlich sitzen. Den Kopf füllst du gleichmäßiger und etwas fester, damit er seine Form behält.

Die Augen sitzen meist gut zwischen Runde 32 und 33, mit etwa acht bis neun Maschen Abstand. Bevor du sie befestigst oder aufstickst, stecke sie zunächst nur provisorisch ein. Schau das Huhn von vorn und von der Seite an: Schon ein kleiner Höhenunterschied lässt den Gesichtsausdruck schief wirken. Der Schnabel kommt mittig ein bis zwei Runden unter die Augen.

Flügel, Schnabel und Kamm

Für jeden Flügel häkelst du mit der Körperfarbe ein längliches Oval. Schlage 10 Luftmaschen an. Häkle ab der zweiten Luftmasche 8 feste Maschen, dann 3 feste Maschen in die letzte Luftmasche. Auf der Unterseite der Luftmaschenkette folgen 7 feste Maschen und 2 feste Maschen in die letzte freie Stelle. In der nächsten Runde häkelst du 8 feste Maschen, verdoppelst die folgenden 3 Maschen, häkelst 7 feste Maschen und verdoppelst die letzten 2 Maschen. Es sind nun 25 Maschen. Eine weitere Runde mit 25 festen Maschen gibt dem Flügel etwas Fläche. Faden abschneiden und lang genug zum Annähen lassen. Der zweite Flügel wird genauso gearbeitet.

Lege die Flügel seitlich an den Körper, ungefähr dort, wo der Bauch in den Hals übergeht. Ich stecke sie gern erst mit Stecknadeln fest und setze das Huhn anschließend auf eine ebene Fläche. So sieht man sofort, ob beide Flügel auf gleicher Höhe sitzen und nicht einer nach vorn kippt. Nähe sie mit kleinen, festen Stichen an, ohne den Körper dabei zusammenzuziehen.

Der Schnabel wird in Orange gehäkelt: 6 feste Maschen in einen Fadenring, in der zweiten Runde jede zweite Masche verdoppeln (9 Maschen), anschließend eine Runde mit 9 festen Maschen. Leicht füllen, flach zusammendrücken und direkt unter den Augen annähen. Für den roten Kamm häkelst du drei kleine Kügelchen: je 6 feste Maschen in den Fadenring, eine Runde mit 12 Maschen durch Zunahmen, eine Runde mit 12 festen Maschen, dann sechsmal abnehmen. Nur ganz wenig füllen, die Öffnung schließen und die drei Rundungen nebeneinander auf dem Kopf befestigen.

Beine und Standfestigkeit

Für jedes Bein häkelst du mit Orange 9 Luftmaschen und arbeitest 8 Kettmaschen zurück. Das ergibt eine schmale Kordel. Für den Fuß schlägst du 7 Luftmaschen an, häkelst ab der zweiten Masche 5 feste Maschen, 3 feste Maschen in die letzte Luftmasche und auf der anderen Seite 4 feste Maschen. In die erste Luftmasche kommen 2 feste Maschen; so entsteht ein kleines Oval. Mit einer weiteren Runde aus festen Maschen wird der Fuß etwas breiter. Wenn du möchtest, kannst du an der Vorderseite drei kurze Luftmaschenketten als Zehen ansetzen und mit Kettmaschen zurückarbeiten.

Nähe die Beine unter dem Bauch an, mit genug Abstand, damit das Huhn nicht nach vorn kippt. Probiere die Position vor dem endgültigen Vernähen aus: Ein breiterer Stand hilft besonders, wenn der Kopf kräftig gefüllt ist. Steht das Huhn trotzdem nicht stabil, kannst du die Füße etwas flacher annähen oder den unteren Bauch beim Füllen fester ausstopfen. Kleine Anpassungen an dieser Stelle sind einfacher als später an einem fertig vernähten Spielzeug.

Zum Schluss noch einmal in Ruhe prüfen

Vernähe alle Fäden sorgfältig und kontrolliere die Nähte, besonders an Flügeln, Kamm und Beinen. Bei einem großen Häkelstück lohnt es sich, das fertige Huhn einmal sanft in Form zu drücken: Der Bauch darf rund sein, aber der Hals sollte sichtbar bleiben. Wenn die Übergänge etwas weich wirken, ist das kein Fehler. Bei einem gehäkelten Kuscheltier macht gerade diese leichte Unregelmäßigkeit oft den freundlichen Ausdruck aus.

Du kannst die Anleitung gut verändern, ohne die Grundform zu verlieren. Ein gesprenkelter Körper entsteht mit einzelnen Farbwechseln; für eine schlichte Variante reichen einfarbiges Garn und ein roter Kamm. Achte bei Farbwechseln darauf, die Fäden auf der Innenseite nicht zu straff zu ziehen, damit sich der Bauch nicht zusammenzieht. Am Ende liegt ein Huhn vor dir, das nicht vollkommen symmetrisch sein muss. Ein leicht schiefer Kamm oder ein besonders runder Bauch erzählen eher davon, dass es tatsächlich von Hand gemacht wurde.

Foto von Sven Brandsma auf Unsplash

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