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Verschiedene Häkelmuster – Anleitung kostenlos – Einfache und abwechslungsreiche Häkelmuster mit kostenlosen Anleitungen

Verschiedene Häkelmuster – Anleitung kostenlos – Einfache und abwechslungsreiche Häkelmuster mit kostenlosen Anleitungen

Beim Häkeln entscheidet oft schon ein kleines Stück darüber, ob ein Muster Freude macht. Ich erinnere mich an einen Schal, der auf dem Bildschirm wunderbar gleichmäßig aussah und in meiner Hand zunächst eher wie ein schiefer Fächer wirkte. Nicht die Maschen waren schwierig – ich hatte nur eine deutlich lockerere Luftmaschenkette gehäkelt als die übrigen Reihen. Seitdem beginne ich neue Muster gern mit einer kleinen Probe. Sie kostet ein paar Minuten und zeigt, wie sich Garn, Häkelnadel und Maschenbild tatsächlich vertragen.

Die folgenden Muster lassen sich ohne besondere Vorkenntnisse nacharbeiten. Sie eignen sich für Probestücke, Tücher, Topflappen oder schlichte Schals. Die Anleitungen sind bewusst so gehalten, dass du sie mit gängigen Garnen ausprobieren kannst. Ein Hinweis vorweg: Die angegebenen Wendeluftmaschen zählen nur dann als Masche, wenn es ausdrücklich dabeisteht.

Erst das Garn, dann das Muster

Ein glattes, helles Garn macht es leichter, die Maschen zu erkennen. Bei dunkler Wolle oder einem stark flauschigen Faden verschwinden kleine Unregelmäßigkeiten schnell, aber auch die Struktur des Musters. Für die ersten Versuche greife ich deshalb meist zu einem hellen Baumwoll- oder Wollmischgarn und einer Nadel, die zur Banderole passt. Die Maschenprobe muss nicht groß sein: Ein Quadrat von ungefähr 12 × 12 Zentimetern reicht, um zu sehen, ob sich der Stoff wellt, zusammenzieht oder angenehm fällt.

Die Abkürzungen in den Anleitungen sind einfach: Lm bedeutet Luftmasche, fM feste Masche, hStb halbes Stäbchen und Stb Stäbchen. Eine Wiederholung zwischen Sternchen wird bis zum Reihenende fortgesetzt. Zähle bei der Luftmaschenkette lieber einmal nach, bevor du weiterarbeitest. Eine fehlende Masche am Anfang rächt sich oft erst einige Reihen später.

Leinenmuster: ruhig, dicht und gut für den Einstieg

Das Leinenmuster – häufig auch Moss Stitch genannt – entsteht durch feste Maschen und Luftmaschen. Es wirkt gleichmäßig, bleibt relativ flach und eignet sich besonders für Schals, Kissenhüllen oder kleine Beutel. Die Oberfläche sieht gewebt aus, obwohl die Anleitung nur aus zwei Maschenarten besteht. Für ein Probestück schlägst du eine ungerade Zahl Luftmaschen an, zum Beispiel 25 Lm.

  1. Hinreihe: Häkle eine fM in die zweite Lm ab der Nadel. *1 Lm, 1 Lm überspringen, 1 fM in die nächste Lm.* Wiederhole von den Sternchen bis zum Reihenende.

  2. Rückreihe: Häkle 1 Lm und wende. Arbeite 1 fM in die erste fM. *1 Lm, die nächste fM überspringen, 1 fM in den folgenden Luftmaschenbogen.* Wiederhole bis zum Ende und schließe mit einer fM in die letzte fM.

  3. Wiederhole die Rückreihe, bis das Stück die gewünschte Länge erreicht hat. Bei jeder Reihe sollte die feste Masche in einem Luftmaschenbogen landen und nicht versehentlich in der Masche daneben.

Die Kanten werden schöner, wenn du die erste Masche der Reihe nicht zu fest anziehst. Das Muster verzeiht kleine Unterschiede in der Fadenspannung, aber ein zu straffer Rand kann sich trotzdem zusammenziehen. Bei einem Schal arbeite ich gern eine zusätzliche feste Masche am Rand und achte darauf, sie in jeder Reihe an derselben Stelle zu setzen.

Ein schlichtes Rippenmuster für warme, elastische Stücke

Für Mützenbündchen, Ärmelabschlüsse und schmale Stirnbänder ist ein Rippenmuster praktisch. Es entsteht, wenn du nur in das hintere Maschenglied häkelst. Dadurch kippen die Maschen leicht nach vorn und bilden sichtbare Rippen. Das Ergebnis ist elastischer als ein Stoff aus normalen festen Maschen, auch wenn es nicht ganz so stark zurückspringt wie gestrickte Rippen.

Schlage eine beliebige Zahl Luftmaschen an. Für ein etwa 8 Zentimeter breites Probestück reichen 16 bis 20 Lm. Häkle zunächst eine fM in die zweite Lm ab der Nadel und anschließend fM bis zum Reihenende. Ab der nächsten Reihe gilt: 1 Lm, wenden, dann in jede Masche eine fM, aber jeweils nur in das hintere Maschenglied. Die Wendeluftmasche zählt nicht als Masche. Wiederhole diese Reihe, bis das Stück lang genug ist.

Das Rippenbild ist am Anfang weniger deutlich, als man vielleicht erwartet. Nach vier oder fünf Reihen lässt es sich besser beurteilen. Ziehst du das Stück vorsichtig seitlich auseinander, werden die Rippen sichtbar. Für ein Bündchen kannst du die kurze Seite des Streifens aneinanderlegen und die Kanten mit Kettmaschen verbinden. Häkle dabei nicht zu fest – eine harte Naht nimmt dem Bündchen einen Teil seiner Beweglichkeit.

Muscheln für eine dekorative Kante oder ein leichtes Tuch

Muschelmuster sehen aufwendig aus, beruhen aber meist auf einer Gruppe von Stäbchen in derselben Einstichstelle. Das folgende Muster ergibt eine einfache Reihe aus kleinen Fächern. Es eignet sich für einen Schal, eine Decke oder als Abschlusskante. Die Luftmaschenkette braucht ein Vielfaches von sechs plus eine zusätzliche Masche. Für ein schmales Muster kannst du mit 31 Lm beginnen.

Häkle in die zweite Lm ab der Nadel eine fM. Überspringe zwei Luftmaschen und arbeite fünf Stb in die nächste Lm. Überspringe wieder zwei Luftmaschen und häkle eine fM in die folgende Lm. Das ist eine vollständige Wiederholung. Fahre nach demselben Prinzip fort: *2 Lm überspringen, 5 Stb in die nächste Lm, 2 Lm überspringen, 1 fM in die nächste Lm.* Am Ende sollte die Reihe mit einer festen Masche schließen.

Für die nächste Reihe häkelst du 3 Lm und wendest. Arbeite zwei Stb in die erste fM, sodass zusammen mit den Wendeluftmaschen eine halbe Muschel entsteht. Häkle nun eine fM in das mittlere der fünf Stb der vorherigen Muschel. In die nächste fM arbeitest du fünf Stb. Wiederhole abwechselnd feste Masche in die Muschelmitte und fünf Stb in die nächste feste Masche. Am Rand endet die Reihe mit drei Stb in der letzten festen Masche. Wenn die Kante beim ersten Versuch nicht ganz symmetrisch aussieht, prüfe zuerst, ob du wirklich das mittlere Stäbchen jeder Muschel getroffen hast.

Muscheln verbrauchen mehr Garn als ein schlichtes Maschenbild und machen den Stoff etwas breiter. Für ein großes Tuch lohnt sich darum eine Probe, bevor du eine lange Luftmaschenkette anschlägst. Bei einem weichen, dünnen Garn fallen die Fächer locker; mit Baumwolle werden sie deutlicher und stabiler.

So bleibt die Anleitung beim Häkeln übersichtlich

Bei Mustern mit Wiederholungen kann es helfen, nach jeder vollständig gearbeiteten Reihe eine kleine Markierung an den Rand zu setzen. Dafür genügt ein Maschenmarkierer oder ein Rest Kontrastgarn. So erkennst du beim Zurücklegen des Häkelstücks sofort, wo die nächste Reihe beginnt. Besonders bei Muscheln ist das nützlich, weil sich die festen Maschen zwischen den Fächern leicht übersehen lassen.

Wenn dein Probestück schief wird, ist nicht automatisch das Muster schuld. Häufig werden am Rand unbemerkt Maschen ausgelassen oder zusätzliche Maschen in die Wendeluftkette gearbeitet. Zähle einmal die Maschen einer Reihe und vergleiche sie mit der vorherigen. Wellen sich die Ränder, ist die Luftmaschenkette womöglich zu locker oder die Nadel zu groß; zieht sich das Stück zusammen, kann eine größere Nadel helfen. Ändere aber jeweils nur eine Sache, sonst weißt du am Ende nicht, was den Unterschied gemacht hat.

Auch beim Wechsel zwischen verschiedenen Mustern lohnt es sich, die Stoffeigenschaften im Blick zu behalten. Das Leinenmuster ist griffig und eher kompakt, das Rippenmuster gibt seitlich nach, und die Muscheln bilden eine dekorative, weniger dichte Oberfläche. Für eine Babydecke würde ich zum Beispiel erst prüfen, ob die Öffnungen zwischen den Fächern zum geplanten Gebrauch passen. Für einen Schal kann gerade diese Luftigkeit angenehm sein.

Eine kleine Probe ist schon ein fertiges Stück

Probestücke müssen nicht in der Schublade verschwinden. Aus mehreren Quadraten im Leinenmuster lassen sich Untersetzer machen; ein Rippenstreifen kann zum Stirnband werden, und eine Muschelreihe macht aus einem schlichten Topflappen einen hübschen Abschluss. Ich hebe gern ein kleines Stück des verwendeten Garns zusammen mit der Nadelstärke und dem Muster auf. Wenn ich später etwas Passendes ergänzen möchte, ist das hilfreicher als eine vage Erinnerung daran, welche Wolle ich damals benutzt habe.

Der erste Versuch muss nicht vollkommen aussehen. Entscheidend ist, dass du erkennen kannst, wo eine Masche eingestochen wird und wie sich der Stoff unter deinen Händen verhält. Sobald diese beiden Dinge klar sind, wird aus einer gedruckten Anleitung etwas Eigenes: Du kannst das Muster breiter machen, eine Farbe wechseln oder eine Kante ergänzen. Manchmal bleibt am Ende nicht das geplante Tuch übrig, sondern genau das kleine Probestück, das sich im Alltag als nützlich erwiesen hat.

Foto von Cary Bates auf Unsplash

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