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Osterkörbchen nähen – Anleitung kostenlos – Kostenlose Nähanleitung für ein selbst gemachtes Osterkörbchen

Osterkörbchen nähen – Anleitung kostenlos – Kostenlose Nähanleitung für ein selbst gemachtes Osterkörbchen

Beim Aufräumen nach Ostern fällt mir jedes Jahr auf, welche Körbchen tatsächlich wieder im Schrank landen: die stabilen, die nicht gleich umkippen, wenn ein paar Äpfel oder kleine Spielsachen darin liegen. Ein selbst genähtes Stoffkörbchen kann genau so ein praktischer Begleiter werden. Es braucht kein kompliziertes Schnittmuster und lässt sich mit Stoffresten nähen, die schon eine Weile auf ihren Einsatz warten. In dieser Anleitung nähe ich ein Körbchen mit rechteckigem Boden, gefütterten Seiten und einem festen Henkel. Die Maße sind so gewählt, dass es gut auf den Ostertisch passt und trotzdem mehr als ein paar Schokoladeneier aufnehmen kann.

Die Maße und Materialien für das Körbchen

Das Körbchen entsteht aus zwei gleich großen Stoffrechtecken. Nach dem Nähen ist der Boden ungefähr 18 × 12 cm groß; die Seiten sind etwa 12 cm hoch. Kleine Abweichungen sind normal, denn Stoffstärke und Nahtzugabe verändern das fertige Maß ein wenig. Für die Außenseite eignet sich ein fester Baumwollstoff, etwa Canvas oder ein dichter Dekostoff. Für das Futter darf es auch ein leichterer Baumwollstoff sein. Sehr dünne Webware allein würde ich nicht nehmen: Ohne Verstärkung sackt das Körbchen schnell in sich zusammen, besonders wenn es gefüllt ist.

Für ein Körbchen brauchst du folgende Zuschnitte und Hilfsmittel:

  • zwei Rechtecke aus Außenstoff, jeweils 30 × 18 cm
  • zwei Rechtecke aus Futterstoff, ebenfalls jeweils 30 × 18 cm
  • Vlieseline oder eine andere leichte bis mittelfeste Einlage für die beiden Außenstoffteile
  • einen Stoffstreifen für den Henkel, 40 × 8 cm
  • Schere, Stecknadeln oder Stoffklammern, Nähgarn, Bügeleisen und Nähmaschine

Die Einlage wird auf die linken Seiten der Außenteile gebügelt. Halte dich dabei an die Angaben des Herstellers; bei zu hoher Temperatur kann eine beschichtete Einlage beschädigt werden. Für ein Körbchen, das auch schwerere Kleinigkeiten tragen soll, nehme ich lieber eine etwas festere Einlage. Ist sie sehr dick, werden die Ecken beim Zusammennähen allerdings sperrig. Ein Probestück aus Stoff und Einlage zeigt schnell, ob sich die Lagen noch gut unter dem Nähfuß bewegen lassen.

Material Wirkung im fertigen Körbchen Geeignet, wenn …
Leichte Baumwolle ohne Einlage weich und eher zusammenfallend das Körbchen dekorativ stehen soll
Baumwolle mit mittelfester Einlage formstabil, aber noch gut nähbar du eine alltagstaugliche Variante möchtest
Canvas mit leichter Einlage fester Griff und robuste Seiten das Körbchen öfter benutzt oder gefüllt wird

Die Ecken machen aus dem Rechteck einen Korb

Lege ein Außenteil mit der rechten Stoffseite nach oben vor dich. Schneide an beiden unteren Ecken jeweils ein Quadrat von 6 × 6 cm heraus. Dasselbe machst du mit dem zweiten Außenteil und anschließend mit den beiden Futterteilen. Am saubersten gelingt das, wenn du die Markierungen mit Lineal und Schneiderkreide einzeichnest. Ein kleiner Schnitt zu viel ist später an der Ecke sichtbar; lieber zweimal nachmessen, bevor die Schere ansetzt.

Lege nun die beiden Außenteile rechts auf rechts aufeinander. Nähe die beiden Seitennähte und die untere Naht mit 1 cm Nahtzugabe. Die ausgeschnittenen Ecken bleiben zunächst offen. Ziehe für jede Ecke die beiden Schnittkanten auseinander und lege sie so aufeinander, dass Seitennaht und Bodennaht genau übereinanderliegen. Die Stoffteile bilden dabei eine gerade Naht quer über die Ecke. Stecke sie fest und nähe sie ebenfalls mit 1 cm Nahtzugabe. Wiederhole das an der zweiten Ecke.

Die gleiche Arbeit folgt mit dem Futter. Lass jedoch in einer der Futter-Seitennähte eine Öffnung von etwa 8 cm frei. Durch diese Wendeöffnung wird das Körbchen später auf rechts gedreht. Vernähe die Naht am Anfang und Ende der Öffnung gut, damit sie beim Wenden nicht weiter aufreißt. Wenn du beim Nähen an den Ecken merkst, dass sich die Lagen verschieben, hilft es, die Nahtkreuzung mit einer Stecknadel exakt zu sichern und langsam darüberzunähen.

Den Henkel vorbereiten und sicher befestigen

Falte den 40 × 8 cm großen Henkelstreifen längs rechts auf rechts. Nähe die lange offene Kante mit 1 cm Nahtzugabe zu einem Schlauch. Eine Seite des Schlauchs lässt sich leichter wenden, wenn du an einem Ende eine Sicherheitsnadel befestigst und sie langsam durch den Stoff schiebst. Bügle den gewendeten Streifen so, dass die Naht mittig auf einer Seite liegt, und steppe beide Längskanten knappkantig ab. So bleibt der Henkel flach und verdreht sich beim Tragen nicht so leicht.

Stecke die beiden Enden des Henkels an den gegenüberliegenden kurzen Seiten des Außenteils fest. Die Enden sollen jeweils ungefähr 2 cm unter die obere Stoffkante reichen; die Henkelmitte zeigt dabei nach innen in das Körbchen. Richte die Enden mittig auf den Seiten aus. Eine kleine Markierung hilft, damit der Henkel später nicht schief sitzt. Für zusätzliche Stabilität kannst du auf die linke Seite der Außenteile an den Befestigungsstellen kleine Quadrate aus Reststoff oder Einlage legen. Nähe die Henkelenden knapp innerhalb der Nahtzugabe fest. Die endgültige Verbindung entsteht beim Zusammennähen mit dem Futter.

Außenstoff und Futter zusammensetzen

Wende das Futter auf rechts und stecke es in das Außenteil, das noch auf links liegt. Damit liegen die rechten Stoffseiten von Außenstoff und Futter aufeinander. Die Henkel befinden sich zwischen den beiden Lagen. Achte darauf, dass die Seitennähte aufeinandertreffen und der Henkel nicht verdreht ist. Gerade bei einem gemusterten Stoff fällt eine schiefe Platzierung später stärker auf, als man beim Nähen erwartet.

Nähe einmal rund um die obere Öffnung. An den Stellen, an denen die Henkelenden liegen, kannst du mit ein paar Rückstichen verstärken; bei sehr dickem Stoff lieber langsam nähen, statt mit Gewalt über mehrere Lagen zu ziehen. Ziehe das Körbchen durch die Öffnung im Futter auf rechts. Arbeite die Ecken vorsichtig mit den Fingern aus. Eine Schere oder spitze Schere eignet sich dafür nicht: Damit ist ein versehentliches Loch schnell gemacht.

Schließe die Öffnung im Futter entweder knappkantig mit der Maschine oder mit kleinen Handstichen. Bügle die obere Kante, sodass der Futterstoff nicht über den Außenstoff hinausragt. Zum Schluss steppe einmal rund um die Öffnung, etwa 3 bis 4 mm von der Kante entfernt. Diese Naht hält das Futter an seinem Platz und sorgt dafür, dass der obere Rand nicht nach innen klappt. Wenn der Stoff beim Bügeln etwas widerspenstig ist, helfen ein paar Klammern am Rand, während du die letzte Naht nähst.

Was sich beim Nähen leicht anpassen lässt

Für ein niedrigeres, breiteres Körbchen kannst du die Höhe der Rechtecke verändern, solltest aber die ausgeschnittenen Quadrate passend mitändern. Die Größe der Quadrate bestimmt die Tiefe des Bodens: Bei 6 cm großen Ausschnitten entsteht ein Boden von ungefähr 18 × 12 cm. Größere Quadrate ergeben einen tieferen Boden und niedrigere Seiten, kleinere einen flacheren Boden. Eine Änderung der Außenmaße wirkt sich außerdem auf die Futterteile aus – beide Stofflagen müssen dieselben Zuschnittmaße haben.

Wenn das Körbchen ohne Henkel auf den Tisch soll, lass den Henkel einfach weg und nähe die obere Kante wie beschrieben zusammen. Als kleines Osternest kann ein Stück Filz oder ein gefaltetes Stofftuch hineingelegt werden. Für Kinder würde ich den Henkel besonders gründlich befestigen und das Körbchen nicht mit schweren Gegenständen füllen. Auch mit verstärkten Nähten bleibt es ein genähtes Stoffteil und kein Tragekorb für größere Lasten.

Der Charme an diesem Schnitt liegt für mich darin, dass er mit wenigen geraden Nähten auskommt und trotzdem nach einem richtigen kleinen Körbchen aussieht. Ein Stoff mit winzigen Motiven wirkt oft ruhiger als ein großes Muster, das an den Seiten abgeschnitten wird; bei einfarbigem Stoff kann ein kontrastierendes Futter den Rand schön betonen. Und wenn beim ersten Versuch eine Ecke nicht ganz gleichmäßig wird, ist das kein Grund, sie aufzutrennen, solange das Körbchen stabil steht. Gerade die sichtbaren kleinen Unterschiede erinnern daran, dass es von Hand gemacht ist – und dass es im nächsten Frühling wieder auf den Tisch darf.

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