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Lampions häkeln – Anleitung kostenlos – Lampions selber häkeln: Kostenlose Anleitung für dekorative Häkel-Lampions

Lampions häkeln – Anleitung kostenlos – Lampions selber häkeln: Kostenlose Anleitung für dekorative Häkel-Lampions

Ist es nicht erstaunlich, wie anders ein schlichtes Glas wirkt, sobald ein gehäkelter Schirm das Licht weich filtert? Bei meinen ersten Versuchen war weniger das Muster schwierig als die Passform: Ein Lampion, der auf dem Glas sauber sitzt, rutscht beim Anheben schnell nach unten, wenn der Rand zu weit geraten ist. Deshalb häkeln wir hier zuerst einen festen Boden und arbeiten den luftigen Teil anschließend daran hoch. Das Ergebnis ist eine dekorative Hülle für ein Glas mit LED-Licht – unkompliziert, anpassbar und auch für Häkelnde geeignet, die noch nicht viele Runden gearbeitet haben.

Was du für den Lampion brauchst

Die Anleitung ist auf ein gerades Glas mit ungefähr 8 cm Durchmesser und 12 cm Höhe ausgelegt. Ein Marmeladen- oder Vorratsglas eignet sich gut, solange es keine starke Einbuchtung am Hals hat. Miss am besten den Umfang an der breitesten Stelle: Bei 8 cm Durchmesser sind das ungefähr 25 cm. Die Häkelhülle soll später leicht gespannt sitzen, aber nicht über das Glas gezerrt werden müssen.

Verwende glattes Baumwollgarn, etwa mit einer Lauflänge von 120 bis 130 m auf 50 g, und eine Häkelnadel der Stärke 3,5 mm. Baumwolle ergibt ein ordentliches Maschenbild und behält die Form besser als sehr weiches Acrylgarn. Für ein kleines Glas reicht meist ein Knäuel. Dazu kommen eine Schere, eine Wollnadel und ein LED-Teelicht oder eine kleine LED-Lichterkette. Eine echte Kerze gehört nicht in den gehäkelten Lampion: Garn und Glas können sich durch die Flamme oder aufsteigende Hitze gefährlich erwärmen.

Die Abkürzungen sind einfach: fM bedeutet feste Masche, LM Luftmasche und KM Kettmasche. Die Runden werden mit einer KM geschlossen. Eine LM am Rundenanfang zählt nicht als Masche; sie hilft lediglich dabei, auf die Höhe der nächsten Runde zu kommen.

Der Boden: erst flach, dann nach oben

Beginne mit einem Fadenring und häkle 6 fM hinein. Ziehe den Ring zu. Wenn du mit Fadenringen nicht gern arbeitest, kannst du stattdessen 4 LM mit einer KM zum Ring schließen und die ersten 6 fM in diesen Ring häkeln. Achte darauf, den Anfangsfaden später gut zu vernähen – gerade am Boden wird die Hülle beim Überziehen stärker beansprucht.

Nun wird der Kreis gleichmäßig vergrößert. Häkle in jeder Runde eine KM zum Schließen und beginne die nächste mit 1 LM:

  • Runde 1: 6 fM in den Fadenring.
  • Runde 2: jede Masche verdoppeln – 12 fM.
  • Runde 3: jede 2. Masche verdoppeln – 18 fM.
  • Runde 4: jede 3. Masche verdoppeln – 24 fM.
  • Runde 5: jede 4. Masche verdoppeln – 30 fM.
  • Runde 6: jede 5. Masche verdoppeln – 36 fM.
  • Runde 7: jede 6. Masche verdoppeln – 42 fM.
  • Runde 8: jede 7. Masche verdoppeln – 48 fM.

Der Boden sollte jetzt ungefähr so breit sein wie das Glas. Leg ihn darauf, bevor du weiterhäkelst. Rollt sich der Rand deutlich hoch, sind die Zunahmen zu knapp oder deine Maschen sehr fest. Wölbt sich die Mitte wie eine Schale nach außen, hast du vermutlich zu viele Zunahmen gearbeitet. Eine flache Unterseite ist keine Nebensache: Sie sorgt dafür, dass der Lampion später gerade steht.

Das Netzmuster häkeln

Damit der Übergang vom Boden zur Seitenwand eine klare Kante bekommt, häkle zunächst eine Runde nur in die hinteren Maschenglieder: 1 fM in jede Masche. Du hast weiterhin 48 Maschen. Diese Runde knickt leicht nach oben und markiert den Beginn der Seitenwand. Danach folgt das Netzmuster. Es besteht aus zwölf Wiederholungen und lässt sich gut mitzählen, wenn du einen Maschenmarkierer an den Rundenanfang setzt.

In der ersten Netzmuster-Runde häkelst du: *1 fM in die nächste fM, 3 LM, drei Maschen der Vorrunde überspringen*. Wiederhole von * bis * insgesamt zwölfmal und schließe mit einer KM in die erste fM. In den folgenden Runden kommt jeweils 1 fM in die fM der Vorrunde, anschließend häkelst du 3 LM und gehst über den vorherigen Luftmaschenbogen hinweg zur nächsten fM. So entstehen senkrechte Maschenstege mit offenen Feldern dazwischen.

Arbeite auf diese Weise weiter, bis die Hülle etwa 11 bis 12 cm hoch ist. Das sind je nach deiner Luftmaschenkette meist zehn bis zwölf Netzmuster-Runden. Zieh den Lampion zwischendurch über das Glas: Die Unterkante soll aufliegen, während der obere Rand knapp unter dem Glasrand endet. Ein paar Zentimeter Unterschied fallen stärker auf, als man zunächst denkt, besonders wenn das Licht später durch das Muster scheint.

Ein sauberer Abschluss, der nicht ausleiert

Für den oberen Rand brauchst du einen etwas festeren Abschluss als die lockeren Luftmaschenbögen. Häkle in die erste fM eine fM, dann 2 fM in den nächsten Luftmaschenbogen und wiederhole diese Folge rundherum. Du erhältst 36 Maschen. Schließe mit einer KM und schneide den Faden mit ausreichend Länge ab. Ziehe ihn durch die letzte Masche und vernähe ihn auf der Innenseite, ohne dabei den Rand zusammenzuziehen.

Wenn der obere Abschluss auf deinem Glas zu locker sitzt, kannst du eine Runde fM darüberhäkeln und dabei gleichmäßig abnehmen. Bei einem straff sitzenden Rand lässt du diese zusätzliche Runde besser weg. Der Abschluss soll die Hülle an Ort und Stelle halten, aber nicht so eng sein, dass sich das Glas nur mit Kraft hinein- oder herausnehmen lässt.

Beobachtung beim Anprobieren Wahrscheinliche Ursache So passt du die Arbeit an
Der Boden ist kleiner als das Glas. Zu feste Maschen oder zu wenige Zunahmen. Eine größere Nadel testen oder eine zusätzliche Zunahmerunde ergänzen.
Die Seitenwand spannt über dem Glas. Der Umfang der Hülle ist zu knapp. Die Zahl der Bodenmaschen anpassen; für das Netzmuster muss sie durch 4 teilbar sein.
Der Lampion rutscht nach unten. Der obere Rand ist zu weit oder das Glas verjüngt sich nach oben. Eine feste Abschlussrunde mit gleichmäßigen Abnahmen häkeln.
Das Muster wirkt steif und geschlossen. Die Luftmaschen sind zu fest oder das Garn zu dick. Lockerer häkeln oder eine größere Nadel für das Netzmuster verwenden.

Größe, Farben und kleine Abwandlungen

Bei einem anderen Glas ist der Umfang wichtiger als die Höhe. Die Maschenzahl für den Boden muss zum Netzmuster passen, also durch vier teilbar sein. Für einen etwas größeren Lampion kannst du beispielsweise mit 52 oder 56 Maschen arbeiten und die Zunahmen entsprechend verteilen. Mach nach jeder Runde eine kurze Anprobe. Die genaue Maschenzahl hängt davon ab, wie fest du häkelst und wie dehnbar dein Garn ist; ein starres Umrechnen nach dem Durchmesser führt deshalb nicht immer zum besten Sitz.

Auch die Höhe lässt sich leicht verändern: Häkle einfach mehr oder weniger Netzmuster-Runden. Für ein ruhigeres Licht kannst du die Seitenwand statt mit drei mit zwei LM zwischen den festen Maschen arbeiten. Das Gewebe wird dann dichter und weniger dehnbar. Bei sehr offenen Maschen scheint das LED-Licht stärker hindurch; ein warmweißes Licht wirkt dabei meist gemütlicher als ein kaltweißes.

Wer gern eine Aufhängung ergänzen möchte, sollte sie nicht am Häkelrand befestigen, wenn der Lampion ein schweres Glas tragen soll. Sicherer ist es, das Glas separat in einen stabilen Metallring oder eine geeignete Halterung zu setzen und die Häkelhülle nur als Dekoration darüberzulegen. Für den Tisch reicht das Glas mit LED-Licht völlig aus. Ein kleines Detail wie ein schmaler gehäkelter Rand in einer zweiten Farbe kann den Lampion verändern, ohne dass das Muster selbst komplizierter wird.

Zum Schluss einmal das Licht prüfen

Bevor der Lampion seinen Platz bekommt, zieh die Hülle ab und prüfe, ob alle Fäden sauber vernäht sind und keine Masche am Boden offen steht. Setze anschließend das LED-Licht ein und schau dir den Lampion in einem leicht abgedunkelten Raum an. Dabei zeigt sich oft, ob eine Farbe zu dicht wirkt oder das Muster schön Schatten an die Wand wirft. Gerade diese kleinen Unregelmäßigkeiten machen handgehäkelte Lampions lebendig: Das Licht fällt nicht überall gleich, sondern zeichnet ein Muster, das sich mit dem Standort verändert. So wird aus einem einfachen Glas kein perfektes Serienprodukt, sondern ein Stück, das erkennbar von Hand gemacht ist.

Foto von JOSHUA COLEMAN auf Unsplash

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