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Jungen-Pullover häkeln – kostenlose Anleitung – Wie ein Pullover für Jungen Schritt für Schritt gehäkelt und an die passende Größe angepasst wird

Jungen-Pullover häkeln – kostenlose Anleitung – Wie ein Pullover für Jungen Schritt für Schritt gehäkelt und an die passende Größe angepasst wird

Hat der Pullover am Körper die richtige Länge, sitzen die Ärmel aber schon nach wenigen Wochen zu knapp? Bei gehäkelter Kinderkleidung fällt das besonders auf: Das feste Maschenbild gibt weniger nach als viele gestrickte Stoffe, und ein paar Zentimeter machen beim Anziehen einen deutlichen Unterschied. Für diesen Pullover arbeite ich deshalb mit einfachen, flachen Teilen und richte die Maße an einem gut passenden Kleidungsstück aus. So lässt sich die Anleitung anpassen, ohne dass du dich auf eine bestimmte Altersangabe verlassen musst.

Ein schlichtes Modell, das sich gut verändern lässt

Der Pullover besteht aus einem Vorderteil, einem Rückenteil und zwei Ärmeln. Alle Teile werden in Reihen gehäkelt und anschließend zusammengenäht. Das klingt zunächst weniger raffiniert als ein nahtloses Modell, hat aber einen praktischen Vorteil: Du kannst die Breite oder Länge jedes einzelnen Teils verändern, bevor du alles verbindest. Außerdem bleiben die Kanten übersichtlich, was gerade bei einem ersten Pullover hilfreich ist.

Das folgende Beispiel ist ungefähr für die Größe 122/128 gedacht. Es hat einen bequemen, nicht überweiten Sitz und einen flachen Rundhalsausschnitt. Die Maschenprobe ist dabei wichtiger als die Altersangabe. Kinder wachsen unterschiedlich, und ein Pullover, der über ein T-Shirt getragen wird, darf etwas mehr Weite haben als ein dünnes Oberteil.

Maß Beispielgröße So misst du am besten
Brustumfang des Kindes etwa 64 cm Locker an der stärksten Stelle messen
Fertiger Pulloverumfang etwa 84 cm Am passenden Pullover unter den Armen messen
Länge ab Schulter etwa 46 cm Bis zur gewünschten Saumhöhe messen
Ärmellänge etwa 38 cm Von der Achsel bis zum Handgelenk messen

Material und Maschenprobe

Du brauchst ein glattes Garn in mittlerer Stärke, ungefähr 450 bis 550 Meter für diese Größe, sowie eine Häkelnadel, die zum Garn passt. Bei vielen Garnen liegt sie zwischen 4 und 5 mm. Eine weiche Mischung aus Wolle und Polyacryl ist pflegeleicht und wärmt, reine Baumwolle ergibt meist einen schwereren, weniger elastischen Pullover. Achte darauf, dass sich das Garn angenehm auf der Haut anfühlt; ein kratziger Kragen wird von Kindern erstaunlich konsequent gemieden.

Gehäkelt wird mit halben Stäbchen. Nach dem Waschen und Trocknen soll die Maschenprobe 16 halbe Stäbchen und 12 Reihen auf 10 × 10 cm ergeben. Häkle dafür ein Probestück von mindestens 14 cm Breite. Wenn es zu breit wird, nimm eine kleinere Nadel; ist es zu schmal, probiere eine größere. Die Probe nicht zu überspringen spart selten Zeit: Schon vier zusätzliche Maschen können den fertigen Pullover mehrere Zentimeter weiter machen.

In der Anleitung zählt die Wendeluftmasche nicht als Masche. Zu Beginn jeder Reihe häkelst du zwei Luftmaschen, wendest und arbeitest das erste halbe Stäbchen in die erste Masche. Für eine Abnahme werden zwei halbe Stäbchen zusammen abgemascht: Faden holen, in die nächste Masche einstechen und Faden holen, dann dasselbe in der folgenden Masche; anschließend den Faden durch alle auf der Nadel liegenden Schlaufen ziehen.

Vorder- und Rückenteil häkeln

Für jedes Teil schlägst du 69 Luftmaschen an. Häkle ab der dritten Luftmasche 67 halbe Stäbchen und arbeite so in Reihen weiter. Das Rückenteil wird gerade hochgehäkelt, bis es ungefähr 46 cm misst. Bei der angegebenen Maschenprobe sind das etwa 55 Reihen. Miss lieber das Werkstück, statt dich starr auf die Reihenanzahl zu verlassen: Garn und Handspannung verändern die Höhe.

Für den hinteren Halsausschnitt häkelst du in der letzten Reihe zunächst 24 halbe Stäbchen, lässt die mittleren 19 Maschen frei und arbeitest die übrigen 24 Maschen. Die beiden Schulterseiten werden getrennt weitergeführt. Häkle auf jeder Seite noch drei Reihen gerade hoch. Der Ausschnitt bleibt dadurch eher flach und der Pullover lässt sich gut über den Kopf ziehen.

Das Vorderteil arbeitest du ebenfalls zunächst gerade. Beginne den Ausschnitt, wenn das Teil ungefähr 40 cm hoch ist, bei der Beispielgröße etwa in Reihe 48. Häkle 25 halbe Stäbchen, überspringe die mittleren 17 Maschen und arbeite die verbleibenden 25 Maschen. Danach werden die Seiten einzeln beendet. An der Ausschnittkante nimmst du in den nächsten zwei Reihen jeweils eine Masche ab. Häkle anschließend gerade weiter, bis das Vorderteil dieselbe Gesamtlänge wie das Rückenteil erreicht. Die Schultern haben dann jeweils ungefähr 23 Maschen.

Wenn du lieber einen höheren Ausschnitt möchtest, kannst du den Beginn der Teilung ein bis zwei Zentimeter nach oben verschieben. Für ein Kind, das empfindlich auf enge Kragen reagiert, lässt du den Ausschnitt dagegen etwas breiter. Ändere dabei nicht nur die mittleren Maschen: Kontrolliere, ob beide Schulterpartien noch gleich breit sind.

Ärmel mit gleichmäßiger Zunahme

Schlage für einen Ärmel 38 Luftmaschen an und häkle ab der dritten Luftmasche 36 halbe Stäbchen. Arbeite zunächst vier Reihen ohne Zunahme. In Reihe 5 und danach in jeder vierten Reihe häkelst du in die erste und in die letzte Masche jeweils zwei halbe Stäbchen. Das ergibt pro Zunahmereihe zwei neue Maschen. Wiederhole die Zunahmen zehnmal; der Ärmel hat dann 56 Maschen. Arbeite bis zu einer Länge von ungefähr 38 cm weiter, gemessen ab der Anschlagkante.

Der Ärmel wird oben nicht zu einer runden Kappe geformt. Seine leicht gerade Oberkante wird beim Einsetzen in das Armloch verteilt angenäht. Das ist für diesen unkomplizierten Schnitt gut machbar, solange du Vorder- und Rückenteil nicht zu tief ausschneidest. Für das zweite Ärmelteil häkelst du genau gleich. Lege beide nebeneinander, bevor du die Nähte schließt: So erkennst du sofort, wenn ein Ärmel eine Reihe länger geworden ist.

So passt du die Maße an

Miss an einem Pullover, der dem Jungen angenehm sitzt, die halbe Breite von einer Seitennaht zur anderen, die Länge und die Ärmellänge. Für die neue Arbeit rechnest du die gewünschte fertige Breite mit deiner Maschenprobe um. Bei 16 Maschen auf 10 cm brauchst du für ein 42 cm breites Vorderteil ungefähr 67 Maschen. Eine kleine Rundung ist in Ordnung, denn die Nahtzugabe wird nicht zusätzlich angesetzt.

Für andere Größen hilft diese einfache Rechnung: gewünschte Breite in Zentimetern mit der Maschenzahl pro 10 cm multiplizieren und durch 10 teilen. Soll ein Vorderteil beispielsweise 46 cm breit werden, ergibt das bei 16 Maschen auf 10 cm rund 74 Maschen. Beim Halsausschnitt ziehst du die mittlere Öffnung und beide Schulterbreiten zusammen ab; prüfe, dass die Zahlen aufgehen. Für zusätzliche Länge häkelst du mehr Reihen, für längere Ärmel mehr Reihen nach der letzten Zunahme. Bei deutlich breiteren Ärmeln verteilst du weitere Zunahmen gleichmäßig über die Länge, statt sie nur am oberen Rand einzufügen.

Zusammennähen und Ausschnitt beenden

Lege Vorder- und Rückenteil mit den rechten Seiten nach innen. Schließe die Schultern mit einer Wollnadel und einem festen, aber nicht zusammenziehenden Matratzenstich. Die Seiten nähst du von der unteren Kante nach oben und lässt dabei auf beiden Seiten ungefähr 19 cm für die Armausschnitte offen. Bei kürzeren oder längeren Armen kann diese Öffnung angepasst werden; sie sollte zur oberen Breite des Ärmels passen.

Schließe die Ärmelnaht und stecke den Ärmel zunächst an der Schulternaht fest. Verteile den Rest der Ärmeloberkante gleichmäßig auf die vordere und hintere Armöffnung. Kleine Stecknadeln oder Maschenmarkierer helfen mehr als der Versuch, die Kanten aus dem Augenmaß zusammenzuziehen. Nähe langsam und prüfe zwischendurch, ob sich keine Falten bilden. Der zweite Ärmel wird spiegelbildlich eingesetzt.

Für den Halsausschnitt nimmst du mit der Häkelnadel gleichmäßig Maschen rund um die Öffnung auf. Als Orientierung funktionieren etwa 56 bis 60 feste Maschen; an den Schultern darf der Abstand etwas kleiner sein, an den geraden Ausschnittkanten etwas größer. Häkle zwei Runden feste Maschen und beende die letzte Runde mit einer Kettmasche. Ziehe den Faden nicht fest an: Ein Kragen, der auf der Arbeitsfläche schön aussieht, kann am Kopf trotzdem zu eng sein. Kontrolliere die Weite deshalb vor dem Vernähen der Fäden.

Ein letzter Blick vor dem ersten Tragen

Vernähe die Fäden sorgfältig auf der Innenseite und wasche den Pullover so, wie es das Garnetikett erlaubt. Beim Trocknen auf einem Handtuch kannst du die Seiten und Ärmel sanft in Form legen. Ziehe nicht kräftig an den Kanten, besonders wenn das Garn viel Wolle enthält. Nach dem Trocknen lohnt sich eine kurze Anprobe: Sitzt die Schulter, lässt sich der Kopf bequem durch den Ausschnitt führen, und reichen die Ärmel bis zum Handgelenk?

Ein selbst gehäkelter Pullover muss nicht millimetergenau wie ein Kaufteil aussehen. Kleine Unterschiede in der Handspannung gehören dazu; entscheidend ist, dass nichts einengt und das Kleidungsstück gern angezogen wird. Wenn du beim nächsten Mal Maße und Maschenprobe notierst, hast du nicht bloß eine Anleitung abgearbeitet, sondern ein Schnittmuster, das sich mit dem Kind mitverändern lässt.

Foto von A R auf Unsplash

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