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Geschenksäckchen Häkeln Anleitung Kostenlos – Kleine Geschenkbeutel Selber Machen Mit Einfachen Häkeltechniken

Geschenksäckchen Häkeln Anleitung Kostenlos – Kleine Geschenkbeutel Selber Machen Mit Einfachen Häkeltechniken

Hast du schon einmal ein kleines Geschenk fertig verpackt, aber kein Papier zur Hand gehabt, das wirklich dazu passte? Für solche Momente häkle ich gern ein schlichtes Säckchen: Es ist schnell gemacht, lässt sich immer wieder verwenden und sieht auch dann hübsch aus, wenn der Inhalt längst ausgepackt ist. Mit festen Maschen und einer einfachen Kordel gelingt das Projekt auch dann, wenn du bisher nur ein paar grundlegende Häkeltechniken kennst.

Die Anleitung ergibt einen kleinen Beutel von ungefähr 8 cm Durchmesser und 10 cm Höhe, ohne Kordel gemessen. Die Maße können je nach Garn, Häkelnadel und persönlicher Spannung etwas abweichen. Das ist bei einem Geschenkbeutel kein Problem: Ein paar Millimeter machen ihn nicht weniger brauchbar. Wichtig ist eher, dass der Boden flach bleibt und die Maschen am oberen Rand nicht zu fest werden.

Material, das sich im Alltag bewährt

Am besten eignet sich glattes Baumwollgarn. Es lässt sich sauber verarbeiten, franst beim Durchziehen der Kordel wenig aus und gibt dem Beutel genug Stand, ohne steif zu wirken. Ein Restgarn reicht meist völlig. Für die folgende Anleitung verwende ich Baumwolle mit etwa 125 m Lauflänge auf 50 g und eine Häkelnadel der Stärke 3 mm. Wenn du sehr fest häkelst, probiere es mit 3,5 mm; bei lockerer Hand kann eine 2,5-mm-Nadel besser passen.

Ein Maschenmarkierer ist hilfreich, weil der Boden in fortlaufenden Runden gearbeitet wird. Ein kurzes Stück Kontrastgarn tut es ebenso. Außerdem brauchst du eine Wollnadel zum Vernähen der Enden und für die Kordel. Die Wahl des Garns beeinflusst den Charakter des fertigen Säckchens: Baumwolle wirkt ordentlich und formstabil, ein weiches Mischgarn fällt lockerer. Sehr fusselige Wolle würde ich für dieses kleine Projekt eher liegen lassen – sie verdeckt die Maschen und macht die Öffnungen für die Kordel schwerer zu finden.

Garn und Nadel Wirkung des Beutels Geeignet für
Baumwolle, 2,5–3 mm Fest und formstabil Schmuck, kleine Seifen, Gutscheine
Baumwolle, 3,5 mm Etwas weicher und größer Pralinenpäckchen, kleine Spielsachen
Weiches Mischgarn Lockerer Fall, weniger klare Maschen Leichte, nicht kantige Geschenke

Abkürzungen und Maschen kurz erklärt

In der Anleitung bedeuten LM Luftmasche und fM feste Masche. Gehäkelt wird in Spiralrunden, also ohne die Runden mit einer Kettmasche zu schließen. Setze den Markierer in die erste Masche jeder Runde und versetze ihn beim Weiterarbeiten. So kannst du den Rundenanfang auch nach mehreren Reihen leicht erkennen. Die Zunahmen verteilst du gleichmäßig; du musst dafür nicht jedes Mal exakt dieselbe Stelle treffen.

Der Boden entsteht durch sechs Zunahmerunden. Danach häkelst du eine Runde nur in die hinteren Maschenglieder. Dieser kleine Wechsel bildet eine deutliche Kante und hilft dabei, dass die Seiten anschließend nach oben wachsen, statt sich weiter flach auszubreiten. Falls dir das Häkeln in die hinteren Maschenglieder noch ungewohnt ist, nimm dir dafür Zeit: Du stichst nicht unter beide Schlingen des „V“ ein, sondern nur unter die hintere.

Den Boden häkeln, ohne dass er sich wellt

Beginne mit einem Fadenring. Häkle 6 fM in den Ring und ziehe ihn fest. Wenn du lieber mit Luftmaschen startest, kannst du 2 LM häkeln und die 6 fM in die erste Luftmasche arbeiten. Der Fadenring lässt sich meist dichter schließen; bei einem kleinen Beutel verhindert das ein auffälliges Loch in der Mitte.

In Runde 2 häkelst du 2 fM in jede Masche. Du hast nun 12 Maschen. In Runde 3 wiederholst du fortlaufend 1 fM, dann 2 fM in die nächste Masche; das ergibt 18 Maschen. Runde 4 besteht aus 2 fM und einer Zunahme, wiederholt bis zum Rundenende, also 24 Maschen. In Runde 5 arbeitest du 3 fM und eine Zunahme im Wechsel und erhältst 30 Maschen. Runde 6: 4 fM, dann eine Zunahme, wiederholen – am Ende liegen 36 Maschen auf der Runde.

Lege das Häkelstück kurz auf den Tisch. Es sollte flach liegen und sich nicht schüsselförmig nach oben ziehen. Wölbt sich der Rand schon deutlich, ist deine Maschenspannung wahrscheinlich zu fest oder eine Zunahme fehlt. Kräuselt sich der Boden, hast du womöglich zu viele Maschen zugenommen. Bei Baumwolle sieht man solche Unterschiede schnell, und gerade deshalb lohnt sich dieser kleine Zwischenstopp, bevor die Seiten dazukommen.

Die Seiten formen und die Öffnung vorbereiten

Häkle nun eine Runde mit je 1 fM in das hintere Maschenglied jeder Masche. Es bleiben 36 Maschen. Danach arbeitest du weitere 9 Runden mit je 1 fM in beide Maschenglieder. Zähle gelegentlich nach: Wenn du unbemerkt eine Masche auslässt, wird die Seitenwand schmaler und der Beutel kann sich verdrehen. Die Höhe sollte jetzt ungefähr 7 bis 8 cm ab Boden betragen. Wenn du einen höheren Beutel möchtest, ergänze ein bis drei Runden vor der Kordelöffnung.

Für die Öffnung häkelst du eine Runde im Wechsel: 1 fM in die nächste Masche, 1 LM, eine Masche überspringen. Wiederhole das 18-mal. Die Luftmaschen bilden kleine Durchzüge. In der folgenden Runde häkelst du jeweils 1 fM in jede feste Masche und 1 fM um jede Luftmasche. Du kommst wieder auf 36 Maschen. Häkle anschließend noch 2 Runden fM. Diese schlichte obere Kante verhindert, dass die Öffnung beim Zuziehen ausleiert.

Beende die Arbeit mit einer Kettmasche in die nächste Masche und schneide den Faden mit etwas Länge ab. Ziehe ihn durch die letzte Schlinge und vernähe ihn auf der Innenseite. Vermeide einen dicken Knoten direkt an der Kante: Er kann beim Öffnen des Säckchens an den Fingern hängen bleiben und sieht von außen schnell unordentlich aus.

Eine Kordel, die sich leicht ziehen lässt

Für die Kordel häkelst du 90 Luftmaschen. Wenn du den Beutel besonders weit öffnen möchtest, arbeite etwa 100 LM; für eine kurze Schleife reichen oft 80. Schneide den Faden ab und ziehe ihn durch die letzte Schlinge. Fädle die Kordel mit einer Wollnadel durch die 18 Luftmaschenöffnungen der Durchzugsrunde. Sie läuft abwechselnd durch die Öffnungen und liegt dabei gleichmäßig rund um den Beutel. Achte darauf, dass beide Enden auf derselben Seite herauskommen.

Verknote die Enden locker miteinander oder mache an jedes Ende einen kleinen Knoten. Ziehe die Kordel probeweise zu. Wenn sich der Rand dabei zusammenzieht, ohne dass sich einzelne Maschen verdrehen, ist sie lang genug. Bei sehr glattem Garn kann ein schlichter Knoten leichter aufgehen; dann sichere die Enden mit einem festen Doppelknoten und vernähe die Fäden unauffällig.

Was beim ersten Beutel gern schiefgeht

Ein zu enger oberer Rand ist der häufigste kleine Ärger. Oft liegt es nicht an der Kordel, sondern daran, dass die letzten Runden fester gehäkelt wurden als der Rest. Halte das Garn dort bewusst locker und ziehe die Luftmaschen der Durchzugsrunde nicht klein. Wenn das Säckchen trotz passender Kordel kaum aufgeht, kannst du die obere Kante vorsichtig mit den Fingern etwas weiten. Bei einem neuen Exemplar wäre eine größere Nadel für die beiden Abschlussrunden eine einfache Lösung.

Auch der Boden muss nicht millimetergenau kreisrund werden. Eine leichte Wölbung lässt sich meist durch sanftes Formen ausgleichen. Wenn du den Beutel später für ein kleines Glas oder einen anderen festen Gegenstand verwenden möchtest, kannst du den Boden vor dem Trocknen flach auflegen. Bei einem leeren Säckchen für Schmuck oder Süßigkeiten fällt eine minimale Unebenheit kaum auf.

Kleine Änderungen, die den Beutel persönlich machen

Mit einem Farbwechsel nach dem Boden entsteht eine klare, schmale Kante. Besonders sauber wird sie, wenn du den neuen Faden bereits beim letzten Durchziehen der letzten Masche der vorherigen Runde aufnimmst. Für Streifen reichen zwei Runden je Farbe; sehr dünne Streifen wirken bei diesem kleinen Format manchmal unruhig. Ein einzelner Wechsel zwischen Boden und Seitenwand sieht oft absichtsvoller aus als viele kurze Farbsprünge.

Du kannst die Größe ebenfalls leicht anpassen. Für einen breiteren Beutel arbeitest du eine weitere Zunahmerunde mit 42 Maschen und häkelst danach alle Seitenrunden mit 42 Maschen weiter. Der Boden wird dadurch größer, also braucht auch die Kordel etwas mehr Länge. Für ein schmales Säckchen lässt du die letzte Zunahmerunde aus und arbeitest mit 30 Maschen. Achte darauf, dass die Maschenzahl zur Lochrunde passt; bei einer geraden Zahl lässt sich das Muster aus fester Masche, Luftmasche und übersprungener Masche gleichmäßig verteilen.

Ein kleines Häkelstück darf ruhig zeigen, dass es von Hand gemacht ist. Ein leicht unregelmäßiger Farbwechsel oder eine sichtbare Masche am Rundenanfang stört mich bei einem Geschenksäckchen weniger als ein Beutel, der so perfekt wirken soll, dass man sich kaum traut, ihn zu benutzen. Vielleicht wandert er nach dem Verschenken in eine Schublade, vielleicht wird er noch jahrelang für Kopfhörer, Münzen oder den nächsten kleinen Glücksbringer verwendet. Gerade dieser zweite Gebrauch macht aus einem Stück Garn mehr als bloße Verpackung.

Foto von Liana S auf Unsplash

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