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Crochet Top häkeln – Anleitung – Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein selbst gehäkeltes Crochet Top

Crochet Top häkeln – Anleitung – Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein selbst gehäkeltes Crochet Top

Bei meinem ersten gehäkelten Top war nicht die Maschenart das Problem, sondern die Passform: Auf dem Tisch sahen zwei gleich große Rechtecke völlig überzeugend aus. Angehalten am Körper zeigte sich dann, dass ein paar Zentimeter Mehrweite darüber entscheiden, ob das Oberteil locker fällt oder beim Atmen spannt. Für den Einstieg empfehle ich deshalb ein schlichtes Top aus zwei gehäkelten Teilen mit offenen Armausschnitten und angesetzten Trägern. Die Form ist unkompliziert, lässt sich beim Arbeiten gut anprobieren und verzeiht kleine Unterschiede zwischen den eigenen Maßen und einer Anleitung.

So ist das Top aufgebaut

Vorder- und Rückenteil werden zunächst als Rechtecke gehäkelt. Anschließend schließt du die Seitennähte nur bis zur gewünschten Höhe; oben bleiben die Armausschnitte offen. Zwei gehäkelte Träger verbinden die Teile über den Schultern. Dadurch brauchst du weder komplizierte Abnahmen für einen Halsausschnitt noch ein Schnittmuster. Die Oberkante bleibt gerade und ergibt einen eher breiten, geradlinigen Ausschnitt. Wer ihn höher oder schmaler tragen möchte, kann die Träger weiter innen ansetzen oder etwas kürzer arbeiten.

Das Modell eignet sich gut als lockeres Sommertop über einem schlichten BH oder einem Bustier. Es ist nicht gefüttert und wird nicht eng anliegend geplant. Für eine körpernahe Variante solltest du die Weite nicht einfach reduzieren: Häkelstoff kann sich beim Tragen verändern, und zu wenig Bewegungsraum macht sich besonders an den Seitennähten bemerkbar.

Material und Maße zuerst festlegen

Für ein luftiges, aber nicht durchsichtiges Ergebnis passt ein glattes Garn aus Baumwolle oder einem Baumwollmix. Sehr flauschige Garne erschweren es, die Maschen zu erkennen; stark elastisches Garn kann sich dagegen anders verhalten als erwartet. Lege außerdem eine Häkelnadel bereit, die zur Garnbanderole und zu deiner Maschenprobe passt. Für das Beispiel rechne ich mit einer Nadelstärke von etwa 4 bis 4,5 mm. Entscheidend ist nicht die Zahl auf der Nadel, sondern die Stoffdichte.

Miss deinen Brustumfang an der breitesten Stelle und plane für dieses lockere Modell ungefähr 4 bis 6 cm Mehrweite ein. Die Breite eines einzelnen Vorder- oder Rückenteils entspricht der Hälfte des gewünschten fertigen Umfangs. Bei 92 cm Brustumfang und 6 cm Mehrweite ergibt das beispielsweise zwei Teile von jeweils etwa 49 cm Breite. Für die Länge misst du vom gewünschten Saum bis zur Stelle unterhalb der Achsel, an der die Seitennähte enden sollen. Häufig sind das 38 bis 42 cm, doch die eigene Lieblingslänge ist hilfreicher als eine Konfektionsangabe.

Angabe Richtwert für das Beispiel Woran du dich orientierst
Garn Baumwolle oder Baumwollmix, etwa 250–350 g Garnbanderole und gewünschte Länge
Nadel 4–4,5 mm Maschenprobe, nicht nur Etikett
Maschenprobe 16 hStb und 12 Reihen auf 10 × 10 cm Nach dem Waschen messen
Mehrweite 4–6 cm insgesamt Locker sitzendes Oberteil
Trägerlänge meist etwa 12–18 cm Am Körper über die Schulter prüfen

Häkle vor dem Start ein Probestück mit halben Stäbchen, wasche es so, wie du später das Top pflegen möchtest, und lass es trocknen. Baumwolle kann sich dabei entspannen. Miss erst danach: Wenn du auf 10 cm deutlich mehr oder weniger als 16 Maschen hast, wechselst du die Nadelstärke oder passt die Maschenzahl an. Eine Maschenprobe wirkt bei einem einfachen Rechteck vielleicht übertrieben. Sie verhindert aber, dass das fertige Top mehrere Zentimeter breiter oder schmaler wird als geplant.

Vorder- und Rückenteil häkeln

Schlage so viele Luftmaschen an, dass die Kette ungefähr der berechneten Breite des einzelnen Teils entspricht. Ziehe sie dabei nicht fest zusammen. Häkle ein halbes Stäbchen in die dritte Luftmasche ab der Nadel und danach in jede Luftmasche bis zum Reihenende. Wende mit einer Luftmasche und arbeite in jeder Masche der Vorreihe ein halbes Stäbchen. Die Wendeluftmasche zählt hier nicht als Masche. Zähle die Maschen in der ersten Reihe nach, damit sich kein Fehler unbemerkt durch das ganze Teil zieht.

Häkle auf diese Weise gerade weiter, bis das Teil die gewünschte Länge vom Saum bis zum oberen Rand erreicht. Miss die Höhe auf einer ebenen Fläche, ohne am Stoff zu ziehen. Für das zweite Teil verwendest du dieselbe Maschenzahl und dieselbe Reihenanzahl. Ein kleiner Unterschied fällt später besonders am oberen Rand auf, wo die Träger befestigt werden. Wenn du das Top nicht ganz gerade möchtest, kannst du am Saum einige Reihen feste Maschen häkeln; das gibt eine kompaktere Kante, verändert aber den Fall leicht.

Die halben Stäbchen ergeben ein dichtes, gleichmäßiges Gewebe. Soll das Top luftiger werden, ist ein größeres Muster möglich, aber prüfe zuerst, wie stark sich das Stoffstück dehnt. Eine einzelne größere Nadel kann bereits reichen. Bei Lochmustern solltest du die Maschenprobe ebenfalls im Muster häkeln, denn die angegebenen Maße für einfache halbe Stäbchen sind dann nicht mehr brauchbar.

Seitennähte und Armausschnitte anpassen

Lege beide Teile aufeinander, die schönen Seiten nach innen. Markiere an jeder Seite vom oberen Rand nach unten die gewünschte Tiefe des Armausschnitts. Als Startpunkt eignen sich etwa 18 bis 20 cm; bei breiten Schultern oder einem tiefen Ausschnitt kann mehr Platz angenehmer sein. Nähe die Seiten von der unteren Kante bis zu dieser Markierung zusammen. Du kannst dafür eine Wollnadel und einen flachen Matratzenstich nehmen oder die Kanten mit Kettmaschen verbinden. Ziehe den Faden nicht straff, sonst wird die Seitennaht schmaler als der übrige Stoff.

Zieh das Oberteil jetzt probeweise an oder halte es mit Hilfe einer zweiten Person an. Der offene Bereich muss den Arm bequem passieren lassen, darf aber nicht so tief sein, dass die Seiten weit abstehen. Falls die Öffnung zu groß wirkt, nähst du ein paar Zentimeter weiter nach oben. Ist sie zu eng, trennst du die Naht vorsichtig ein Stück auf. Diese Anprobe ist keine lästige Unterbrechung, sondern der Moment, an dem sich die Maße tatsächlich am Körper bewähren.

Träger häkeln und befestigen

Lege Vorder- und Rückenteil mit den Oberkanten aufeinander und markiere auf beiden Teilen die Trägerpositionen. Für einen Anfang kannst du die Markierungen jeweils etwa 5 bis 7 cm von den Seitenkanten nach innen setzen. Die Strecke zwischen den beiden Trägern bestimmt, wie breit der Ausschnitt wird. Setze die Markierungen auf Vorder- und Rückenteil spiegelgleich, damit das Top später nicht verdreht sitzt.

Beginne an einer Markierung am Vorderteil, häkle eine Luftmaschenkette über die Schulter und prüfe die Länge direkt am Körper. Die Kette sollte weder einschneiden noch herunterrutschen. Als grober Ausgangspunkt sind 12 bis 18 cm sinnvoll, aber Schulterbreite und gewünschter Sitz unterscheiden sich stark. Befestige das Ende mit einer Kettmasche an der gegenüberliegenden Markierung des Rückenteils. Häkle anschließend halbe Stäbchen zurück entlang der Luftmaschenkette und schließe sie mit einer Kettmasche am Vorderteil. So wird der Träger breiter und stabiler als eine einzelne Luftmaschenkette. Wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite und kontrolliere vor dem Vernähen, ob beide Träger gleich lang sind.

  • Rutschen die Träger Richtung Arm, setze sie etwas weiter nach außen oder verkürze sie.
  • Schneidet ein Träger ein, gib ihm zunächst ein bis zwei Zentimeter mehr Länge.
  • Wirkt der Ausschnitt zu weit, kannst du die Träger weiter innen neu ansetzen.

Saubere Kanten und die letzte Anprobe

Vernähe die Fäden auf der Innenseite, indem du sie durch mehrere Maschen führst und die Richtung einmal wechselst. Bei Baumwollgarn sollten sie nicht nur direkt am Knoten abgeschnitten werden; eine kurze, lose Spitze kann sich nach dem Waschen lösen. Häkle anschließend eine Runde feste Maschen um die Armausschnitte und den Halsausschnitt, wenn die Kanten etwas Halt brauchen. Arbeite dabei gleichmäßig und verteile die Maschen an den senkrechten Rändern so, dass sich nichts wellt. Eine Umrandung ist kein Muss: Bei einem schön regelmäßigen Rand wirkt das Top oft leichter ohne.

Wasche das fertige Stück nach den Angaben auf der Garnbanderole und forme es liegend in seine Maße. Nicht an den Trägern aufhängen, solange es nass ist – das Eigengewicht kann sie in die Länge ziehen. Nach dem Trocknen lohnt sich eine letzte Anprobe mit dem Kleidungsstück, über dem du das Top tragen möchtest. Manchmal genügt es, einen Träger um eine Masche zu versetzen; manchmal zeigt erst diese Anprobe, dass ein Zentimeter mehr Länge am Saum besser wäre. Gerade bei einem selbst gehäkelten Kleidungsstück sind solche kleinen Anpassungen kein Makel. Sie sind der Unterschied zwischen einem Top, das nur fertig ist, und einem, das man wirklich gern anzieht.

Foto von Karina L auf Unsplash

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