Zum Inhalt springen
Blumenstrauß häkeln – Anleitung – Wie sich ein dekorativer Blumenstrauß aus Garn Schritt für Schritt häkeln lässt

Blumenstrauß häkeln – Anleitung – Wie sich ein dekorativer Blumenstrauß aus Garn Schritt für Schritt häkeln lässt

Welche Blumen bleiben auf dem Tisch stehen, auch wenn die Heizung im Winter läuft und niemand ans Gießen denkt? Ein gehäkelter Strauß natürlich – aber nur, wenn die Blüten nicht aussehen, als wären sie aus dem Bastelkasten gefallen. Bei solchen Projekten machen oft kleine Dinge den Unterschied: eine feste Mitte, gleichmäßige Blütenblätter und Stiele, die nicht schlaff nach unten hängen. Ich zeige hier eine unkomplizierte Blume mit sechs Blütenblättern, aus der sich ein ganzer Strauß zusammenstellen lässt. Die Anleitung ist so angelegt, dass du erst eine Blüte ausprobieren und danach Farben, Blätter und Stiellängen nach deinem Geschmack ergänzen kannst.

Material und Garn: lieber griffig als besonders fein

Für die Blüten eignet sich glattes Baumwollgarn am besten. Die Maschen sind gut zu erkennen, und die Blüten behalten ihre Form, ohne dass du sie stark stärken musst. Mit einer Lauflänge von ungefähr 125 bis 160 Metern auf 50 Gramm und einer Häkelnadel zwischen 2,5 und 3,5 mm werden die Blüten kompakt. Wenn du eher locker häkelst, nimm die kleinere Nadel; bei sehr festem Maschenbild darf sie eine halbe Größe größer sein. Flauschiges Garn würde ich für den Anfang liegen lassen: Es verdeckt gerade bei den kleinen Blütenblättern leicht die Maschen.

Lege außerdem eine Schere, eine Wollnadel und grünes Garn bereit. Für die Stiele brauchst du Floristendraht oder Holzstäbchen. Draht lässt sich biegen und eignet sich gut für einen Strauß, dessen Blüten leicht auseinanderstehen sollen. Holzstäbchen sind einfacher zu handhaben und eine gute Wahl, wenn der Strauß in einem schmalen Gefäß stehen soll. Bei Drahtenden ist Sorgfalt wichtig: Sie müssen vollständig umgebogen und mit Garn umwickelt sein, damit nichts piekst.

Material Wirkung und Verwendung
Baumwollgarn Klare Maschen und feste Blüten; passend für Blütenblätter und Blütenmitte.
Floristendraht Flexibel und formbar; gut für einzelne, leicht gebogene Stiele.
Holzstäbchen Stabil und unkompliziert; besonders praktisch bei geraden Stielen.
Grünes Garn Zum Umwickeln der Stiele und für gehäkelte Blätter.

Die Blüte häkeln: erst die Mitte, dann die Blütenblätter

Für eine Blume verwendest du zwei Farben: eine für die Mitte und eine für die Blütenblätter. Die Anleitung arbeitet mit festen Maschen, halben Stäbchen und Stäbchen. Als Abkürzungen gelten: LM = Luftmasche, KM = Kettmasche, FM = feste Masche, HStb = halbes Stäbchen und Stb = Stäbchen. Eine Luftmasche am Anfang einer Runde zählt hier nicht als Masche. Wenn du noch wenig häkelst, markiere den Rundenanfang mit einem Fadenrest; bei sechs Maschen ist es erstaunlich leicht, ihn aus den Augen zu verlieren.

Runde 1: die Blütenmitte

Beginne mit einem Fadenring. Häkle sechs FM in den Ring und ziehe den Anfangsfaden so weit an, dass sich die Mitte schließt. Beende die Runde mit einer KM in die erste feste Masche. Der Ring sollte flach liegen und nicht zu fest angezogen sein. Ein winziges Loch in der Mitte ist kein Fehler – später kann es beim Annähen des Stiels sogar hilfreich sein. Schneide den Faden ab und ziehe ihn durch die letzte Masche. Für eine gleichmäßige Blüte lohnt es sich, die sechs Maschen einmal nachzuzählen, bevor du die Farbe wechselst.

Runde 2: sechs Blütenblätter formen

Wechsle zur Blütenfarbe und befestige den Faden mit einer KM in einer beliebigen Masche der Mitte. Arbeite nun in jede der sechs Maschen dieselbe Folge: 2 LM, 2 Stb, 2 LM und 1 KM in dieselbe Masche. Damit ist ein Blütenblatt fertig. Wiederhole die Folge in den fünf übrigen Maschen. Die beiden Luftmaschen am Anfang geben dem Blatt etwas Höhe; die Kettmasche am Ende zieht die Form wieder nach unten. Ziehe die Kettmasche nicht übermäßig fest, sonst kringeln sich die Blütenblätter nach innen.

Zum Schluss schneidest du den Faden mit einem längeren Ende ab. Ziehe ihn durch die letzte Masche und vernähe ihn auf der Rückseite zwischen den Maschen. Wenn ein Blütenblatt etwas schmaler oder breiter geraten ist, kannst du es vorsichtig mit den Fingern in Form bringen. Ich würde die Blume nicht sofort bügeln: Bei Baumwolle reicht meist ein leichtes Glattstreichen, und zu viel Hitze kann die Oberfläche platt drücken.

Stiel und Rückseite verbinden

Für einen biegsamen Stiel schneidest du ein Stück Floristendraht auf die gewünschte Länge und biegst an einem Ende eine kleine Schlaufe. Die Schlaufe darf nicht größer als die Rückseite der Blütenmitte sein. Führe das andere Ende von hinten durch die Mitte der Blume, bis die Schlaufe anliegt. Nähe sie mit dem überstehenden Blütenfaden an mehreren Stellen fest. Ein einzelner Stich hält die Blume zunächst, kann sich beim Biegen des Drahts aber lösen; zwei oder drei kleine Sicherungsstiche verteilen den Zug besser.

Wickle anschließend grünes Garn eng um den Draht. Beginne direkt unter der Blüte, lege die ersten Wicklungen übereinander und arbeite dann gleichmäßig nach unten. Am unteren Ende kannst du einen kleinen Tropfen Textilkleber verwenden oder den Faden durch einige Wicklungen ziehen und vernähen. Verwendest du ein Holzstäbchen, lässt sich das Garn ebenfalls darumwickeln. Bei glattem Holz hilft ein winziger Klebepunkt am oberen und unteren Ende, damit die Umwicklung später nicht abrutscht.

Die Stiele müssen nicht alle gleich lang sein. Für einen natürlichen Eindruck dürfen einzelne Blumen etwas höher stehen, während andere tiefer im Strauß sitzen. Bei einer Vase mit engem Hals schneide ich die Stiele erst nach dem Anordnen endgültig zu. So vermeidest du, dass der fertige Strauß zu hoch oder kopflastig wirkt. Bei Draht kannst du die Blüten außerdem leicht nach außen drehen, statt alle Köpfe gerade nach vorn zeigen zu lassen.

Blätter häkeln und am Stiel befestigen

Ein Blatt gibt dem Strauß mehr Ruhe zwischen den kräftigen Blütenfarben. Häkle dafür mit grünem Garn zehn LM. Beginne in der zweiten LM von der Nadel und arbeite an der oberen Seite der Luftmaschenkette: 1 KM, 2 FM, 2 HStb, 2 Stb, 2 FM. In die letzte Luftmasche kommen 3 FM. Drehe die Arbeit nicht um; häkle auf der Unterseite der Kette zurück: 2 FM, 2 Stb, 2 HStb, 2 FM und 1 KM. Das Blatt erhält so eine schmale Spitze und eine leicht gerundete Mitte.

Vernähe den Faden nicht sofort vollständig, sondern lass ein Stück zum Annähen stehen. Lege das Blatt an den Stiel, ungefähr auf halber Höhe, und befestige es mit wenigen Stichen um die Mittelrippe herum. Ein Blatt muss nicht waagerecht abstehen. Wenn du es leicht nach oben neigst, wirkt die Blume oft lebendiger; bei sehr dünnem Garn kannst du die Blattspitze mit einem zusätzlichen Stich am Stiel sichern, damit sie sich nicht nach unten rollt.

Aus einzelnen Blumen einen stimmigen Strauß machen

Für einen kleinen Tischstrauß reichen meist fünf bis sieben Blüten. Eine Mischung aus zwei oder drei Hauptfarben wirkt oft ruhiger als eine Blume in jeder verfügbaren Garnfarbe. Dabei müssen die Blüten nicht identisch sein: Verändere bei einigen die Farbe der Mitte oder häkle einzelne Blütenblätter in einer zweiten Farbe. Wenn du die Größen variieren möchtest, nimm für ein oder zwei Blumen eine etwas größere Nadel. So entstehen dezente Unterschiede, ohne dass du ein neues Muster lernen musst.

Stelle die fertigen Blumen zunächst auf eine freie Fläche und verschiebe sie, bevor du sie in eine Vase setzt. Ein häufiger Stolperstein ist ein zu enger Bund: Dann stehen die Blütenköpfe alle auf derselben Höhe und drücken sich gegenseitig weg. Binde die Stiele locker mit einem Band zusammen oder stelle sie einzeln in die Vase. In einem Gefäß ohne Wasser kannst du den unteren Teil mit Kieselsteinen oder einem kleinen Stück Steckmasse beschweren. Bei Drahtstielen lässt sich die Form anschließend noch leicht nachjustieren.

Die Rückseite darf dabei ruhig sichtbar bleiben. Ein Strauß wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, und eine ordentlich vernähte Blütenmitte sieht auch von hinten besser aus als ein hastig verdeckter Fadenknoten. Wenn du die Blumen verschenken möchtest, prüfe noch einmal alle Drahtenden und ziehe vorsichtig an jedem Stiel. Eine sauber befestigte Blüte hält dem Umstellen stand; gerade das macht aus einer netten Handarbeit ein Stück, das man gern dauerhaft auf dem Tisch stehen lässt.

Wenn die erste Blume nicht ganz gleichmäßig wird

Die erste Blüte ist oft eher eine Probe als ein fertiges Schaustück. Sind die Blütenblätter steif und eng, häkelst du vermutlich sehr fest oder ziehst die Kettmaschen stark an. Sind sie schlaff, hilft eine kleinere Nadel oder ein etwas festeres Garn. Bei einem unregelmäßigen Mittelteil kontrolliere vor allem, ob wirklich sechs feste Maschen in den Fadenring gekommen sind. Das klingt kleinlich, macht aber einen sichtbaren Unterschied, weil jedes Blütenblatt an genau einer dieser Maschen sitzt.

Wenn die Technik sitzt, wird die nächste Blume meist deutlich schneller fertig. Du kannst dann mit einer einzigen Änderung experimentieren – etwa längeren Luftmaschen für spitzere Blütenblätter oder einem kontrastierenden Mittelpunkt. Ich würde nicht gleich jede Blume anders gestalten. Ein paar wiederkehrende Formen geben dem Strauß Zusammenhalt; die kleinen Abweichungen sorgen dafür, dass er dennoch handgemacht aussieht. Genau darin liegt für mich der Reiz: Keine Blüte muss perfekt sein, aber jede sollte erkennbar mit Sorgfalt entstanden sein.

Foto von Jack Wu auf Unsplash

Schreibe einen Kommentar