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Ärmellose Weste für Herren stricken: Anleitung kostenlos – Ärmellose Herrenweste selber stricken: kostenlose Anleitung für Anfänger

Ärmellose Weste für Herren stricken: Anleitung kostenlos – Ärmellose Herrenweste selber stricken: kostenlose Anleitung für Anfänger

Bei einer selbst gestrickten Herrenweste fallen kleine Ungenauigkeiten stärker auf, als man zunächst denkt: Der Ausschnitt sitzt zu eng unter dem Hemdkragen, die Armausschnitte stehen ab oder die Weste zieht sich beim Schließen der Knöpfe über dem Bauch zusammen. Eine schlichte, glatt rechts gestrickte Form verzeiht zwar einiges, aber eine passende Maschenprobe und eine saubere Passform machen hier den Unterschied. Diese Anleitung ist für eine klassische Weste ohne Knöpfe gedacht. Sie wird in zwei Teilen gestrickt und bekommt anschließend schmale Bündchen an Hals und Armausschnitten.

Material und Größen auf einen Blick

Die Anleitung ist für die Größen S, M und L ausgelegt. Entscheidend ist nicht die Konfektionsbezeichnung, sondern der tatsächliche Brustumfang der fertigen Weste. Sie sollte etwa 8 bis 12 cm weiter als der Körperumfang sein, damit sie bequem über einem Hemd liegt. Wenn du zwischen zwei Größen liegst, hilft es, eine gut sitzende Weste flach zu messen und mit den Maßen in der Tabelle zu vergleichen.

Größe Fertiger Brustumfang Länge bis Armausschnitt Gesamtlänge Garnmenge
S 100 cm 40 cm 62 cm ca. 400 g
M 108 cm 42 cm 65 cm ca. 450 g
L 116 cm 44 cm 68 cm ca. 500 g

Du brauchst ein glattes, nicht zu schweres Garn mit ungefähr 200 m Lauflänge auf 100 g, eine Rundstricknadel oder ein Nadelspiel für die Bündchen, passende gerade Nadeln für die Vorder- und Rückenteile sowie eine Wollnadel zum Zusammennähen. Die Rundstricknadel wird später nur zum Aufnehmen der Maschen verwendet; die großen Teile entstehen in Reihen. Ein Garn mit etwas Wolle oder Baumwolle trägt sich angenehm über dem Hemd. Sehr flauschige Fasern machen die schlichten Linien dagegen schnell undeutlich.

Die Maschenprobe zuerst ernst nehmen

Mit Nadelstärke 4 mm solltest du in glatt rechts auf 10 cm ungefähr 20 Maschen und 28 Reihen kommen. Stricke dafür ein Probestück von mindestens 15 cm Breite, wasche es so, wie du später die Weste pflegen willst, und lass es liegend trocknen. Erst danach misst du in der Mitte des Stücks. Ein kleines, ungewaschenes Eckchen ist kein verlässlicher Maßstab: Manche Garne werden nach dem Waschen deutlich breiter oder entspannen sich in der Länge.

Hast du auf 10 cm mehr als 20 Maschen, nimm eine größere Nadel; sind es weniger, eine kleinere. Das wirkt vielleicht nach einer Nebensache, verändert aber die Breite jedes einzelnen Vorder- und Rückenteils. Für die Bündchen nimmst du gewöhnlich eine halbe oder ganze Nadelstärke weniger, damit der untere Rand nicht ausleiert. Die Reihenangaben in dieser Anleitung sind deshalb nur eine Orientierung. Für die Länge zählt das Maß in Zentimetern.

Rücken und Vorderteil stricken

Beide Teile werden gleich begonnen. Schlage mit der kleineren Nadel für Größe S 100 Maschen, für M 108 Maschen und für L 116 Maschen an. Stricke 6 cm im Rippenmuster 2 rechts, 2 links. Achte darauf, dass du am Rand nicht versehentlich eine Masche zu- oder abnimmst; die Maschenzahl muss am Ende des Bündchens unverändert sein.

Wechsle zur 4-mm-Nadel und stricke glatt rechts weiter: In Hinreihen rechts, in Rückreihen links. Arbeite, bis das Teil ab Anschlagkante die in der Tabelle angegebene Länge bis zum Armausschnitt erreicht. Das Bündchen ist in diesem Maß bereits enthalten. Für Größe S sind es also 40 cm, nicht 40 cm zusätzlich zum Bündchen. Notiere dir, wie viele Reihen du bis hier gestrickt hast. Diese Zahl hilft dir, das zweite Teil auf dieselbe Höhe zu bringen.

Nun formst du die Armausschnitte. Kette am Anfang der nächsten sechs Reihen beidseitig nacheinander 3, 2 und 1 Masche ab. Praktisch heißt das: Am Beginn einer Hinreihe 3 Maschen abketten, in der folgenden Rückreihe ebenfalls 3, danach auf beiden Seiten jeweils 2 und schließlich jeweils 1 Masche. Danach liegen bei S 88, bei M 96 und bei L 104 Maschen auf der Nadel. Stricke gerade weiter, bis die Armausschnitthöhe etwa 19 cm bei S, 20 cm bei M und 21 cm bei L beträgt. Miss an der Seitenkante vom Beginn des Armausschnitts aus.

Rückenausschnitt und Schultern

Für den Rückenausschnitt teilst du die Arbeit, wenn die Armausschnitte fast ihre endgültige Höhe erreicht haben: ungefähr bei 20 cm für S, 21 cm für M und 22 cm für L. Kette die mittleren 32, 34 oder 36 Maschen ab und stricke die beiden Seiten getrennt zu Ende. Damit die Ausschnittkante nicht stufig und hart wirkt, kannst du an der Halsseite in der folgenden zweiten Reihe noch einmal 1 Masche abnehmen.

Die Schultern werden leicht abgestuft abgekettet. Auf jeder Seite bleiben 28 Maschen bei S, 31 bei M und 34 bei L. Kette diese Maschen am äußeren Rand in drei Abschnitten ab: bei S 10, 9 und 9 Maschen, bei M 11, 10 und 10 Maschen, bei L 12, 11 und 11 Maschen. Wenn die Maschenzahlen nach dem Formen des Ausschnitts nicht genau aufgehen, prüfe zuerst, ob du die mittleren Ausschnittmaschen richtig abgekettet hast. Die Schultermaschen dürfen nicht einfach durch eine zusätzliche Abnahme verschwinden.

Vorderteil mit tieferem Halsausschnitt

Das Vorderteil strickst du bis zum Beginn der Armausschnitte genauso wie das Rückenteil. Forme die Armausschnitte identisch und arbeite dann bis zu einer Armausschnitthöhe von etwa 13 cm bei S, 14 cm bei M und 15 cm bei L. Kette die mittleren 14, 16 oder 18 Maschen ab. Danach arbeitest du die beiden Seiten einzeln weiter.

Am inneren Rand des Ausschnitts nimmst du in jeder zweiten Reihe insgesamt sechsmal ab: erst 2 Maschen, noch zweimal 2 Maschen und anschließend dreimal 1 Masche. So entstehen auf jeder Seite 9 Abnahmen; zusammen mit den mittleren Maschen ergibt das die vorgesehene Ausschnittbreite. Wenn du lieber abkettest als abnimmst, kannst du die Maschen am Ausschnittrand auch in diesen Schritten abketten. Eine Abnahme wirkt meist etwas runder. Stricke weiter, bis die Armausschnitte dieselbe Höhe wie am Rücken haben, und forme die Schultern in denselben drei Abschnitten.

Die Vorderseite darf sich beim Anprobieren nicht in den Hals ziehen. Halte sie vor den Körper und prüfe, ob zwischen Halsansatz und Ausschnitt genügend Platz bleibt. Ein Hemdkragen sollte sichtbar sein, ohne dass die Kante direkt an der Kehle sitzt. Falls du den Ausschnitt tiefer möchtest, beginne die Formung einige Zentimeter früher, statt die seitlichen Abnahmen hastig über wenige Reihen zu verteilen.

Zusammennähen und Bündchen aufnehmen

Lege Vorder- und Rückenteil nach dem Waschen und Trocknen aufeinander. Richte zuerst die Schultern aus und nähe sie mit Matratzenstich zusammen. Danach schließt du die Seitennähte von unten bis zum Beginn der Armausschnitte. Ziehe den Faden nicht fest an: Eine harte, zusammengezogene Naht kann eine sonst gut sitzende Weste sichtbar verziehen. Die Kanten sollten aneinanderliegen, ohne dass sich kleine Wellen bilden.

Für den Halsausschnitt nimmst du mit einer Rundstricknadel Maschen auf. An schrägen oder senkrechten Kanten funktioniert als Ausgangspunkt ungefähr drei Maschen aus jeweils vier Reihen; an waagerechten abgeketteten Kanten nimmst du jede Masche auf. Die genaue Zahl hängt davon ab, wie fest du strickst. Sie sollte durch vier teilbar sein, damit das Rippenmuster 2 rechts, 2 links sauber aufgeht. Stricke etwa 2 cm im Bündchenmuster und kette elastisch ab. Wird die Kante beim Anprobieren eng, ist nicht ein lockererer Abkettrand allein die Lösung: Dann müssen mehr Maschen aufgenommen werden.

An jedem Armausschnitt nimmst du ebenfalls gleichmäßig Maschen auf und strickst ein schmales Bündchen von etwa 2 cm. Achte besonders darauf, links und rechts dieselbe Maschenzahl zu verwenden. Kleine Abweichungen sieht man später meist daran, dass ein Armloch flacher liegt als das andere. Für alle Bündchen eignet sich ein elastisches Abketten; ein gewöhnlicher fester Abschluss kann beim Anziehen einschneiden.

Zum Schluss zählt der ruhige Blick

Vernähe die Fäden auf der Innenseite und lass die Weste noch einmal in Form trocknen. Zieh dabei nicht an den Armausschnitten und presse das Rippenbündchen nicht flach. Bei einem ersten Strickstück lohnt es sich, die Weste mit dem Hemd anzuprobieren, für das sie gedacht ist. So bemerkst du, ob die Länge beim Sitzen angenehm bleibt und ob der Halsausschnitt unter dem Kragen richtig liegt.

Eine schlichte Herrenweste lebt nicht von komplizierten Mustern, sondern davon, dass sie selbstverständlich sitzt. Wenn du beim Stricken an einer Stelle unsicher wirst, miss lieber noch einmal, statt auf eine bestimmte Reihenzahl zu vertrauen. Das fertige Stück wird dadurch nicht nur ordentlicher; du lernst nebenbei, wie Maschenprobe, Garn und Körpermaß zusammenarbeiten. Und genau diese Erfahrung macht die nächste Weste oft leichter als die erste.

Foto von Laura Ohlman auf Unsplash

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