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Holz-Tannenbaum – Anleitung – Einen dekorativen Tannenbaum aus Holz Schritt für Schritt selber bauen

Holz-Tannenbaum – Anleitung – Einen dekorativen Tannenbaum aus Holz Schritt für Schritt selber bauen

Bei einem selbst gebauten Tannenbaum aus Holz fällt oft zuerst auf, was an einem gekauften Dekostück fehlt: die vollkommen gleichmäßige Oberfläche. Eine kleine Aststelle, eine sichtbare Maserung oder eine Kante, die nicht maschinell perfekt wirkt, machen den Reiz gerade aus. Für meine Variante verwende ich schmale Holzleisten, die an einer senkrechten Mittelachse wie Tannenzweige angeordnet sind. Der Baum braucht wenig Platz, lässt sich in der Größe anpassen und steht mit einem ausreichend schweren Fuß sicher auf dem Boden oder einem stabilen Tisch.

Die Anleitung ist für einen Baum gedacht, der ungefähr 90 Zentimeter hoch wird. Das ist groß genug, um als eigenständige Weihnachtsdekoration zu wirken, aber noch handlich genug, um die Teile auf einer normalen Werkbank zuzuschneiden. Wer lieber eine kleinere Tischdekoration baut, kann die Maße proportional verkleinern. Entscheidend ist dabei nicht, dass jeder Ast exakt gleich lang ist, sondern dass die Abstufung von unten nach oben ruhig und ausgewogen wirkt.

Der Entwurf beginnt mit einer einfachen Maßskizze

Bevor ich Holz kaufe, zeichne ich die Silhouette auf ein Blatt Papier. In der Mitte steht eine Leiste als Stamm; quer daran sitzen die Äste, unten lang und nach oben hin immer kürzer. Für einen Baum mit rund 90 Zentimetern Gesamthöhe plane ich einen Stamm von etwa 80 Zentimetern und einen Fuß von ungefähr 10 Zentimetern Höhe. Die unterste Astreihe darf rund 55 Zentimeter breit sein, die oberste nur etwa 8 bis 10 Zentimeter. Dazwischen liegen die Reihen in gleichmäßigen Abständen von etwa 9 bis 11 Zentimetern.

Eine solche Skizze verhindert einen typischen Anfängerfehler: Die unteren Äste werden oft zu kurz gewählt, weil man sich die fertige Silhouette auf dem Papier anders vorstellt. Ich markiere deshalb erst die Mitte und trage dann die Astlängen links und rechts symmetrisch ab. Kleine Abweichungen sind später kaum zu sehen, aber eine deutlich schiefe Staffelung fällt sofort auf. Für einen etwas natürlicheren Eindruck müssen die Längen nicht mathematisch exakt aufeinander folgen; eine gleichmäßige, nachvollziehbare Verjüngung reicht.

Material, Werkzeug und eine stabile Basis

Für den Stamm eignet sich eine gerade Leiste aus Fichte, Kiefer oder Buche. Fichte ist leicht und lässt sich einfach bearbeiten, Buche hält Schrauben gut, ist aber schwerer und härter. Für die Äste nehme ich meist gehobelte Leisten mit etwa 18 bis 25 Millimetern Breite und 8 bis 12 Millimetern Stärke. Die genaue Stärke ist weniger wichtig als ein gleichmäßiges Maß: Zu dünne Leisten können sich beim Verschrauben verdrehen, sehr breite wirken schnell wie Bretter statt wie Zweige.

Auf die Einkaufsliste gehören außerdem Holz für den Fuß, Holzschrauben, Schleifpapier in zwei Körnungen und bei Bedarf Holzleim. Bereitlegen sollte man einen Zollstock, Bleistift, Winkel, Bohrmaschine mit passendem Holzbohrer, Schraubzwingen und eine Säge. Eine Kappsäge macht wiederholte Schnitte bequem, aber eine Handsäge funktioniert ebenfalls, wenn die Leisten beim Sägen sauber eingespannt sind. Für den Fuß verwende ich gern ein Stück Hartholz oder eine kräftige, breite Platte. Ein leichter, schmaler Sockel lässt den Baum bei einem versehentlichen Anstoßen rasch kippen.

  • Fichte oder Kiefer: leicht, preiswert und gut zu sägen; kleine Druckstellen bleiben allerdings schneller sichtbar.
  • Buche: stabil und sauber zu schleifen, aber härter und für kleine Vorbohrungen besonders dankbar.
  • Altholz: interessant durch Patina und Gebrauchsspuren; vor dem Bau auf lose Nägel, Risse und Verzug prüfen.

Leisten zuschneiden, ohne dass die Enden ausfransen

Übertragen Sie die Maße aus der Skizze auf die Leisten und beschriften Sie jedes Stück auf der später unsichtbaren Seite. Bei einer Astreihe, die beispielsweise 50 Zentimeter breit sein soll, bestehen die beiden seitlichen Teile jeweils aus rund 25 Zentimetern. Ich säge die Enden nicht unbedingt auf Gehrung. Gerade, sauber geschliffene Enden wirken schlicht und lassen sich leichter ausrichten. Wer eine spitzere Tannenform möchte, kann die äußeren Enden leicht schräg schneiden; wichtig ist nur, auf beiden Seiten denselben Winkel zu verwenden.

Beim Sägen hilft ein einfacher Anschlag, wenn mehrere Teile dieselbe Länge bekommen. So muss nicht jedes Maß neu abgenommen werden, und die Enden werden gleichmäßiger. Die Leiste sollte dabei flach aufliegen und gegen Verrutschen gesichert sein. Bei einer Handsäge säge ich zunächst mit wenig Druck eine Führungskerbe an, statt sofort kräftig durchzuziehen. Das reduziert Ausrisse, besonders bei weichem Nadelholz. Nach dem Zuschnitt breche ich die scharfen Kanten mit Schleifpapier leicht. Ein grober Schliff um Körnung 80 entfernt Sägespuren; mit etwa 120 bis 180 wird die Oberfläche angenehm glatt.

Die Astreihen am Stamm befestigen

Legen Sie den Stamm auf die Werkbank und markieren Sie die Positionen der Querleisten mit Winkel und Bleistift. Von unten nach oben sollte der Abstand gleichmäßig bleiben. Für den beschriebenen Baum sind acht oder neun Astreihen ein guter Ausgangspunkt. Ich beginne mit der untersten Reihe und arbeite mich nach oben, weil sich die Ausrichtung so leichter kontrollieren lässt. Jede Reihe besteht aus zwei Teilen, die links und rechts an den Stamm stoßen. Eine kleine Lücke in der Mitte ist unproblematisch; sie wird später von der senkrechten Leiste optisch zusammengefasst.

Vor dem Schrauben bohre ich die Löcher vor. Gerade bei schmalen Leisten verhindert das, dass das Holz am Ende aufspaltet. Der Bohrer sollte etwas dünner als der Schraubenkern sein; bei sehr weichem Holz genügt ein kleines Vorbohren, bei Buche nehme ich mir dafür besonders Zeit. Für die Verbindung reichen meist Schrauben von etwa 3 bis 3,5 Millimetern Durchmesser, deren Länge zur Stärke von Ast und Stamm passt. Der Schraubenkopf soll bündig oder leicht versenkt sitzen, aber nicht so tief, dass die Leiste beschädigt wird.

Ich richte jedes Astpaar an einer geraden Linie aus und setze die Schrauben erst locker an. Dann kontrolliere ich von vorn, ob die Reihe waagerecht sitzt und auf beiden Seiten gleich weit übersteht. Erst danach ziehe ich die Schrauben fest. Bei einer langen unteren Leiste kann eine zusätzliche Schraube pro Seite sinnvoll sein. Holzleim ist möglich, aber nicht zwingend nötig; bei sauber vorgebohrten Schraubverbindungen hält der Baum in der Regel zuverlässig. Leim erschwert später allerdings das Zerlegen oder Reparieren.

Der Fuß entscheidet, ob der Baum stehen bleibt

Für einen leichten Baum reicht ein kräftiger Sockel mit einer senkrechten Aufnahme, in die der Stamm geschraubt wird. Ich verwende dafür beispielsweise ein quadratisches Stück Holz von etwa 18 mal 18 Zentimetern und 3 bis 4 Zentimetern Stärke. Bei einem höheren oder breiteren Baum darf der Fuß größer ausfallen. Setzen Sie den Stamm mittig auf und markieren Sie die Bohrungen, bevor Sie die Teile verbinden. Ein kleiner Winkel hilft dabei, den Stamm wirklich senkrecht auszurichten. Schon eine leichte Neigung fällt besonders dann auf, wenn die Astreihen sauber waagerecht verlaufen.

Wer den Baum jedes Jahr wieder auseinandernehmen möchte, kann den Stamm mit zwei Schrauben am Sockel befestigen, statt ihn einzuleimen. Eine zweite Möglichkeit ist ein kurzer Holzklotz, der als Aufnahme auf dem Fuß sitzt und den Stamm seitlich führt. Dabei sollte die Verbindung nicht wackeln. Prüfen Sie die Standfestigkeit auf dem Boden, bevor Sie die Oberfläche behandeln: Drücken Sie den Baum vorsichtig aus verschiedenen Richtungen an. Wenn er bereits dabei kippt, braucht er einen breiteren oder schwereren Fuß.

Schleifen und gestalten, ohne die Holzmaserung zu verstecken

Nach dem Zusammenbau gehe ich noch einmal über alle Kanten und Schraubenköpfe. Besonders die oberen Astenden fühlen sich nach dem Sägen oft rau an. Für ein natürliches Erscheinungsbild genügt ein transparenter Öl- oder Wachsanstrich. Er dunkelt das Holz leicht nach und hebt die Maserung hervor. Vorher sollte der Schleifstaub gründlich entfernt werden; ein trockenes Tuch oder eine weiche Bürste reicht meist. Bei einem deckenden Farbanstrich empfiehlt sich eine dünne Grundierung, damit weiches Holz nicht fleckig saugt.

Ein weißer Anstrich passt zu einer zurückhaltenden Winterdekoration, während dunkles Grün die Tannenform stärker betont. Ich würde die Farbe zunächst an einem Reststück testen. Holz kann je nach Maserung und Saugfähigkeit überraschend anders aussehen als auf dem Farbfächer. Wer Lichterketten anbringen möchte, sollte die Kabel locker führen und nicht mit Nägeln oder scharfkantigen Drahtklammern einklemmen. Bei elektrischer Beleuchtung gehört eine intakte, dafür geeignete Lichterkette dazu; echte Kerzen haben an einem Holzbaum nichts zu suchen.

Ein letzter Blick aus der Entfernung

Stellen Sie den fertigen Baum ein paar Schritte entfernt auf und betrachten Sie die Kontur, nicht die einzelnen Schrauben. So sieht man am besten, ob eine Astreihe aus der Linie geraten ist oder die Spitze zu breit wirkt. Kleine Unregelmäßigkeiten können bleiben: Ein handgemachter Baum muss nicht aussehen, als käme er aus einer Serienfertigung. Wenn er sicher steht, die Leisten fest sitzen und keine rauen Splitter hervorstehen, ist die Arbeit im Wesentlichen getan.

Bei diesem Projekt zeigt sich schön, wie viel Wirkung in wenigen geraden Schnitten steckt. Das Holz muss nicht teuer sein, und die Konstruktion verlangt keine komplizierten Verbindungen. Sorgfalt steckt eher in den unscheinbaren Momenten: beim Anzeichnen, beim Vorbohren und beim Prüfen des Standfußes. Wenn der Baum später jedes Jahr wieder aus dem Keller geholt wird, werden gerade diese kleinen Entscheidungen sichtbar – in seiner Form, in seiner Stabilität und in den Gebrauchsspuren, die er mit der Zeit bekommt.

Foto von Hennie Möller auf Unsplash

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