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Servietten falten – Seerose Anleitung – Eine dekorative Seerose aus Servietten Schritt für Schritt selber falten

Servietten falten – Seerose Anleitung – Eine dekorative Seerose aus Servietten Schritt für Schritt selber falten

Schon einmal eine gefaltete Serviette auf den Tisch gelegt und zugesehen, wie die sorgfältig geformten Blütenblätter nach wenigen Minuten wieder zusammensinken? Bei einer Seerose passiert das vor allem dann, wenn das Material zu weich ist oder die Faltungen nicht sauber aufeinanderliegen. Mit einer passenden Serviette und etwas Ruhe lässt sich die Form aber gut hinbekommen – auch beim ersten Versuch. Die fertige Blüte eignet sich als Platzdekoration, wirkt auf einem flachen Teller besonders schön und braucht kein zusätzliches Band oder Zubehör.

Die Serviette entscheidet mit

Für die Seerose brauchst du eine quadratische Serviette. Am unkompliziertesten gelingt sie mit einer festen, dreilagigen Papierserviette oder einer Stoffserviette, die sich glatt falten lässt. Sehr dünnes Papier gibt unter den mehrfachen Lagen leicht nach; besonders die äußeren Blätter klappen dann wieder nach innen. Stoff hält die Form gut, sollte aber nicht so steif sein, dass sich die Ecken kaum bis zur Mitte führen lassen.

Bei bedruckten Servietten legst du die schöne Seite zunächst nach unten. So kommt das Muster später auf den sichtbaren Blütenblättern zur Geltung. Eine einfarbige Serviette ist ebenfalls eine gute Wahl: Creme, Weiß und zartes Rosa wirken ruhig, während kräftige Farben auf einem gedeckten Tisch schnell zum Blickfang werden. Für die Größe reichen meist Servietten mit einer Kantenlänge von etwa 33 bis 40 Zentimetern. Kleinere Exemplare lassen sich zwar falten, die fertige Blüte wird jedoch enger und schwieriger zu öffnen.

Material Was dafür spricht Darauf solltest du achten
Dreilagiges Papier Einfach vorzubereiten, klare Kanten Faltungen nicht zu stark auseinanderziehen
Airlaid-Serviette Formstabil und angenehm griffig Die dickeren Lagen sorgfältig ausrichten
Stoffserviette Wiederverwendbar, schöner Fall Vorher glatt bügeln, damit keine Falte stört

Erst das Quadrat, dann die Mitte

Lege die vollständig geöffnete Serviette mit der später sichtbaren Seite nach unten auf eine saubere, ebene Fläche. Ein Esstisch ist dafür besser als eine weiche Tischdecke: Auf einer nachgiebigen Unterlage lassen sich die Knicke schwerer genau setzen. Streiche die Serviette glatt, ohne sie zu ziehen. Wenn sie nicht ganz quadratisch liegt, richte zuerst die Kanten aus – kleine Schiefstellungen fallen nach mehreren Faltgängen stärker auf, als man denkt.

Führe nun eine Ecke zur Mitte. Die Spitze soll möglichst genau den Mittelpunkt treffen. Falte die übrigen drei Ecken auf dieselbe Weise dorthin, sodass vier Spitzen in der Mitte zusammentreffen. Arbeite nicht nach Augenmaß an den Außenkanten, sondern orientiere dich an den Spitzen. Drücke jede Falte von der Mitte nach außen an. Bei Papier genügt ein fester Strich mit dem Finger; bei Stoff kannst du die Kante kurz mit dem Handballen glätten.

Jetzt liegt ein kleineres Quadrat vor dir. Halte die Mitte mit einer Hand fest und wende das ganze Stück vorsichtig. Am einfachsten geht das, indem du eine flache Hand auf die gefaltete Serviette legst und sie mit der anderen Hand samt Unterlage drehst. Hebst du sie nur an einer Ecke hoch, können die eingeschlagenen Spitzen verrutschen. Nach dem Wenden sind die ursprünglichen Ecken unten verborgen.

Die Faltungen, aus denen Blütenblätter werden

Falte die vier sichtbaren Ecken erneut zur Mitte. Auch diesmal sollen sich die Spitzen genau treffen. Es kann sich nun schon etwas dicker anfühlen; das ist normal. Wenn einzelne Lagen nicht ganz plan liegen, drücke sie nicht mit Gewalt zusammen. Richte lieber die betreffende Ecke noch einmal aus und streiche die Falte in kleinen Bewegungen fest. Eine saubere Mitte erleichtert später das Öffnen der Blüte.

Wende das Paket ein zweites Mal und wiederhole die Faltung: Jede der vier Ecken kommt zur Mitte. Bei sehr festem Airlaid oder Stoff darfst du die Knicke besonders sorgfältig andrücken, solltest aber nicht so kräftig reiben, dass das Material glänzt oder ausleiert. Damit ist der eigentliche Faltteil erledigt. Vor dir liegt ein kompaktes Quadrat, dessen Mitte aus mehreren übereinanderliegenden Spitzen besteht.

Lege eine Hand leicht auf die Mitte, damit die Lagen nicht auseinandergehen. Greife mit der anderen Hand unter eine der äußeren Seiten und taste nach der darunterliegenden Ecke. Ziehe diese Ecke langsam nach außen und etwas nach oben. Sie bildet das erste große Blütenblatt. Nicht an der obersten Spitze zerren: Gesucht ist die Lage unter dem gefalteten Quadrat. Wenn du sie nicht sofort erwischst, schiebe eine Fingerspitze vorsichtig zwischen die Lagen und löse die Ecke ein Stück nach dem anderen.

Wiederhole das an den drei übrigen Seiten. Ziehe die Blätter möglichst gleich weit heraus und halte dabei die Mitte stabil. Gerade beim ersten Blatt neigt man dazu, zu kräftig zu ziehen; dann wird die Blüte einseitig oder die Falte öffnet sich vollständig. Ein wenig Geduld ist hilfreicher als Kraft. Nach den vier äußeren Blättern sollte die Seerose bereits deutlich erkennbar sein und sicher auf ihrer Unterseite stehen.

Die inneren Blätter öffnen

Für die typische Seerosenform fehlen noch die kleineren Blätter in der Mitte. Suche zwischen den großen Blättern nach den nächsten gefalteten Ecken. Hebe sie vorsichtig an und ziehe sie nur so weit heraus, dass sie sich sichtbar von der Mitte abheben. Sie müssen nicht so weit nach außen reichen wie die äußeren Blätter. Dieser Unterschied macht die Blüte plastischer und verhindert, dass sie wie ein flacher Stern aussieht.

Arbeite rund um die Mitte, statt eine Seite vollständig fertigzustellen, bevor du zur nächsten gehst. So kannst du die Form während des Faltens ausgleichen. Ein Blatt, das höher steht als die anderen, lässt sich meist mit zwei Fingern am Ansatz sanft nach unten streichen. Bei Stoff kannst du den Ansatz kurz zwischen Daumen und Zeigefinger formen; bei Papierservietten reichen kleine Korrekturen, denn häufiges Umfalten kann die Kanten beschädigen.

Wenn die Form nicht gleich halten will

Die häufigste Schwierigkeit ist eine Mitte, die sich beim Herausziehen der Blätter öffnet. Halte dann nicht nur die äußerste Spitze fest, sondern lege zwei Finger flach auf das Zentrum. Ziehe die nächste Ecke mit der freien Hand langsam heraus. Ist das Papier sehr glatt, kann es helfen, die Serviette auf einem Teller zu falten und die Mitte beim Wenden mit einem Finger zu sichern. Verwende keine Büroklammer und keinen Klebstoff: Beides stört die Form und ist für eine Tischdekoration unnötig.

Wirkt die Seerose zu klein oder verknittert, liegt das oft an einer Serviette, die bereits mehrfach gefaltet war. Alte Knicklinien können an unerwünschten Stellen sichtbar bleiben. Nimm für einen festlichen Tisch lieber eine frische Serviette; für eine erste Probe tut es natürlich auch ein Exemplar, das schon in der Schublade liegt. Bei Stoff hilft es, ihn vor dem Falten leicht anzufeuchten und glatt zu bügeln. Er sollte danach vollständig trocken sein, bevor du die Blüte auf den Teller setzt.

Auch die Anordnung auf dem Tisch macht einen Unterschied. Eine große, helle Seerose kommt auf einem schlichten Teller besser zur Geltung als zwischen vielen kleinen Dekorationen. Soll die Serviette einen Platz markieren, kannst du ein Namenskärtchen neben die Blüte legen, statt es in die Mitte zu stecken. Die geöffneten inneren Blätter sind empfindlich und verlieren leicht ihre Form, wenn dort etwas eingeklemmt wird.

Eine Blüte, die nicht ganz gleich sein muss

Zum Üben lohnt es sich, die ersten Versuche nicht sofort für den gedeckten Tisch einzuplanen. Falte eine Serviette bis zu den großen Blättern, öffne sie wieder und achte darauf, wie die Lagen ineinandergreifen. Beim zweiten Mal werden die Handgriffe meist deutlich ruhiger. Wenn deine Seerose am Ende nicht vollkommen symmetrisch ist, muss das kein Fehler sein: Eine leicht versetzte Blüte wirkt oft natürlicher als eine, deren Blätter alle exakt gleich stehen.

Der schöne Moment an dieser Faltung ist, dass aus einem unscheinbaren Quadrat nach und nach eine Form entsteht, die man erst beim Öffnen richtig erkennt. Auf dem Tisch muss sie nicht mit komplizierter Dekoration konkurrieren. Eine sorgfältig gefaltete Serviette, ein Teller und ein wenig Platz um die Blüte herum reichen oft aus – und geben den Gästen beim Hinsetzen gleich etwas zu entdecken.

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