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Origami-Rentier-Anleitung – Ein Rentier aus Papier Schritt für Schritt selber falten

Origami-Rentier-Anleitung – Ein Rentier aus Papier Schritt für Schritt selber falten

Auf dem Basteltisch liegt noch ein braunes Papierquadrat, daneben ein abgeschnittener Streifen Geschenkpapier, der eigentlich zu schön für den Papierkorb ist. Aus solchen Resten falte ich besonders gern kleine Rentiere. Sie müssen nicht vollkommen symmetrisch sein: Ein leicht schiefer Kopf oder ein Geweih, das auf einer Seite höher steht, gibt der Figur oft erst ihren eigenen Ausdruck. Die folgende Anleitung ergibt einen flachen Rentierkopf mit gefalteten Geweihteilen. Sie eignet sich auch für den ersten Versuch, solange die Faltkanten sauber nachgezogen werden.

Das Rentier besteht aus einem gefalteten Kopf und zwei schmalen Geweihstreifen. Für die Verbindung kommt ein kleiner Klebepunkt dazu. Das ist nicht streng traditionelles Origami, aber eine unkomplizierte Lösung, die zuverlässig hält und sich gut als Anhänger, Tischdekoration oder selbst gemachte Karte verwenden lässt. Wenn du ganz ohne Klebstoff arbeiten möchtest, kannst du die Geweihteile später auch hinter den Kopf schieben und mit einer Büroklammer fixieren.

Das Papier und der Arbeitsplatz

Für den Kopf brauchst du ein quadratisches Blatt mit etwa 15 × 15 Zentimetern. Braunes Origamipapier funktioniert gut; bei einseitig bedrucktem Papier sollte die braune Seite nach außen zeigen. Für das Geweih reichen zwei weitere Quadrate von ungefähr 7 × 7 Zentimetern. Alternativ kannst du dafür feste Papierstreifen aus einem Reststück schneiden. Dünnes Papier lässt sich leichter falten, dickeres wirkt stabiler, wird an den vielen kleinen Kanten aber schnell widerspenstig.

Lege außerdem einen dunklen Stift und, wenn du magst, ein kleines Stück rotes oder schwarzes Papier für die Nase bereit. Eine Schere brauchst du nur, falls du aus einem größeren Blatt erst Quadrate oder Streifen zuschneidest. Eine glatte Tischfläche hilft mehr als jedes Spezialwerkzeug. Ich streiche Faltungen meist mit dem Fingernagel nach; bei empfindlichem Papier genügt die flache Seite eines Lineals.

Bevor du beginnst, prüfe, ob dein Blatt wirklich quadratisch ist. Schon ein kleiner Unterschied zwischen den Seiten kann dazu führen, dass die Spitzen später nicht mittig aufeinanderliegen. Bei gemustertem Papier lohnt es sich außerdem, das Muster einmal probeweise zu drehen: Auf dem fertigen Kopf steht es möglicherweise schräg, und das fällt bei Streifen oder kleinen Karos stärker auf als bei einer ruhigen Papierfläche.

Den Rentierkopf aus einem Quadrat falten

Lege das große Quadrat mit der braunen Seite nach unten vor dich, sodass du zunächst die helle Rückseite siehst. Drehe es so, dass eine Spitze zu dir zeigt. Diese Rautenform macht die folgenden Schritte übersichtlicher. Falte die untere Spitze auf die obere und öffne das Blatt wieder. Die entstandene Mittellinie dient als Orientierung; sie muss nicht besonders tief sein, sollte aber gut sichtbar bleiben.

  1. Falte die linke und die rechte Spitze zur Mittellinie. Das Blatt sieht nun aus wie ein schmaler Drachen. Achte darauf, dass beide Kanten die Mittellinie treffen und nicht darüber hinauslaufen. Bei diesem Schritt entsteht die Grundform des Gesichts.

  2. Falte die obere Spitze etwa zwei Zentimeter nach unten. Die Spitze sollte nicht ganz bis zur Mitte reichen. Diese kurze Falte rundet später die Stirn ab und verhindert, dass der Kopf wie eine einfache, lange Raute aussieht. Bei einem kleineren Blatt reicht ungefähr ein Zentimeter.

  3. Wende die Form vorsichtig. Die glatte, braune Seite zeigt jetzt nach vorn. Falte die seitlichen Spitzen ein kleines Stück nach hinten, sodass sie auf der Vorderseite weniger scharf wirken. Es genügt, jede Spitze ungefähr einen halben Zentimeter nach hinten zu legen. Diese rückwärtigen Falten müssen nicht exakt gleich groß sein, sollten aber ungefähr auf gleicher Höhe liegen.

  4. Für die Schnauze klappst du die untere Spitze nach oben. Setze die Falte etwa ein Drittel der Strecke zwischen unterer Spitze und Gesichtsmittelpunkt. Die Spitze liegt nun auf dem Kopf und bildet eine kleine, nach oben gerichtete Schnauzenfläche. Wenn sie zu weit hoch reicht, wirkt das Gesicht gedrungen; bei einer niedrigeren Falte wird es länger.

  5. Falte die äußerste Spitze der Schnauze ein kleines Stück nach unten zurück. Dadurch entsteht eine stumpfe Nasenkante statt einer scharfen Spitze. Drücke die Falte nur so fest, dass sie hält. Diese kleine Formänderung ist unscheinbar, macht aber viel aus, wenn du anschließend Augen und Nase aufmalst.

Der Kopf darf jetzt erst einmal zur Seite. Kontrolliere die Form von vorn: Die Mittellinie sollte ungefähr senkrecht verlaufen, die Schnauze mittig sitzen und die beiden seitlichen Spitzen nicht völlig verschwinden. Wenn die Grundform etwas schief geworden ist, lässt sich das meist noch korrigieren, indem du die unteren Kanten vorsichtig öffnest und neu anlegst. Starkes Hin- und Herfalten kann dünnes Papier allerdings an den Knickstellen weich machen.

Ein kleines Geweih aus Papierstreifen

Für das Geweih verwendest du zwei gleich große Streifen. Besonders unkompliziert sind Streifen von etwa 2 × 10 Zentimetern. Sie müssen nicht aus einem Quadrat gefaltet werden; ein abgeschnittener Rest ist vollkommen in Ordnung. Damit sie farblich zum Kopf passen, kannst du braunes Papier nehmen. Ein helles Geweih hebt sich dagegen schön ab, vor allem auf dunklem Karton.

  1. Lege den ersten Streifen längs vor dich und falte ihn einmal in der Mitte der Länge nach. Öffne ihn wieder. Falte nun die beiden langen Außenkanten zur Mittellinie. So entsteht ein schmaler, fester Streifen, der sich weniger leicht verbiegt.

  2. Falte den Streifen ziehharmonikaartig in drei Abschnitte: erst ein kurzes Stück nach vorn, dann das nächste nach hinten. Die Abschnitte dürfen etwa zwei bis drei Zentimeter lang sein. Lass am unteren Ende ein gerades Stück von ungefähr zwei Zentimetern stehen; damit wird das Geweih später am Kopf befestigt.

  3. Forme am oberen Ende zwei kleine Abzweigungen, indem du die letzte Falte leicht schräg setzt und die Spitze nach außen drehst. Es muss kein botanisch genaues Geweih werden. Zwei bis drei sichtbare Zacken pro Seite reichen, damit die Figur sofort als Rentier erkennbar ist.

  4. Falte den zweiten Streifen spiegelverkehrt. Lege beide Teile nebeneinander, bevor du sie anklebst. So erkennst du gleich, ob die Zacken nach außen zeigen und ob die Geweihe ungefähr gleich hoch sind. Eine Abweichung von ein paar Millimetern wirkt an der fertigen Figur meist natürlicher als ein millimetergenaues Spiegelbild.

Wenn dir die Zacken nach dem Falten zu weich erscheinen, kannst du die Kanten zwischen Daumen und Zeigefinger vorsichtig nachformen. Bei sehr dünnem Papier hilft es, den Streifen noch einmal längs zu falten. Verwende dafür kein übermäßig starkes Papier: Bei Karton springen die schmalen Zacken leicht wieder auf und lassen sich nur schwer in eine saubere Ziehharmonika bringen.

Geweih befestigen und Gesicht gestalten

Lege den Kopf mit der Vorderseite nach unten auf den Tisch. Die geraden Enden der beiden Geweihteile schiebst du hinter die obere Kopfform, jeweils links und rechts von der Mittellinie. Probiere die Position zunächst ohne Klebstoff aus. Sitzen sie zu nah beieinander, sieht das Geweih wie eine einzelne Krone aus; sind sie weit außen, rutschen die Teile beim Anheben leichter heraus. Ein Abstand von ungefähr zwei bis drei Zentimetern zwischen den Ansatzpunkten passt bei einem Kopf von 15 Zentimetern meist gut.

Gib einen winzigen Klebepunkt auf die Rückseite der geraden Geweihenden und drücke sie kurz fest. Flüssigkleber sparsam verwenden: Zu viel Feuchtigkeit wellt dünnes Origamipapier, und der Fleck kann auf die Vorderseite durchscheinen. Ein Klebestift oder ein kleines Stück doppelseitiges Klebeband ist meist sauberer. Wenn du die Figur auf eine Karte klebst, kannst du die Geweihansätze gleich unter dem Kopf fixieren.

Wende das Rentier wieder um. Zeichne zwei Augen ungefähr auf Höhe der oberen Hälfte des Gesichts. Kleine schwarze Punkte wirken freundlich und sind auf braunem Papier gut lesbar. Die Nase kommt auf die stumpfe Schnauzenkante. Ein roter Papierkreis macht daraus ein Rentier mit Rudolph-Anklang; ein dunkler Punkt wirkt zurückhaltender. Für weiße Lichtpunkte in den Augen reicht ein winziger Strich mit einem Gelstift. Ich lasse zwischen Augen und Schnauze gern etwas Platz, damit das Gesicht nicht zu voll wirkt.

Was beim ersten Versuch oft schiefgeht

Der häufigste Stolperstein ist eine zu ungenaue Mittellinie. Wenn die seitlichen Kanten an unterschiedlichen Stellen zusammentreffen, wird der Kopf asymmetrisch. Das ist nicht immer ein Problem, aber es hilft, die erste Diagonale sauber zu falten und das Papier vor jedem Schritt wieder flach auf den Tisch zu legen. Halte die Falte mit einer Hand fest, während du sie mit der anderen von der Mitte nach außen glattstreichst.

Auch das Geweih wird gern zu filigran. Bei einem kleinen Kopf sehen zu viele Zacken schnell aus wie ein zerknitterter Papierstreifen. Beschränke dich lieber auf wenige breite Abzweigungen. Wenn die Geweihteile nach dem Kleben seitlich umkippen, sind sie vermutlich zu schwer oder am Ansatz zu kurz. Dann kannst du auf der Rückseite einen schmalen Papierrest als Verstärkung ankleben oder die Streifen neu falten und dabei den unteren geraden Abschnitt verlängern.

Zum Schluss kannst du die Figur nach deinem Zweck anpassen. Für einen Anhänger befestigst du auf der Rückseite einen Faden zwischen Kopf und Geweih; ein kleiner Papierkreis darüber verdeckt den Knoten. Für eine Karte bleibt das Geweih flach und wird nur an den unteren Enden fixiert. Auf einem Geschenkanhänger darf es ruhig etwas schräg stehen, denn beim Basteln von Hand sieht man die Handarbeit eben auch. Gerade diese kleine Unregelmäßigkeit macht aus einem gefalteten Papierkopf ein Rentier, das nicht aus einer Verpackung gefallen wirkt, sondern eigens für jemanden entstanden ist.

Foto von Katrin Hauf auf Unsplash

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