Der typische Fehler passiert oft schon vor der ersten Messung: Das schwarze Kabel steckt richtig, das rote auch – aber in der falschen Buchse. Danach wird am Drehschalter eine Einstellung gewählt, die auf den ersten Blick plausibel aussieht. Bei einer Spannungsmessung kann das noch glimpflich ausgehen; bei einer Strommessung kann eine Sicherung im Gerät durchbrennen. Genau deshalb lohnt es sich, ein Beva-Multimeter nicht einfach „irgendwie“ einzustellen, sondern die wenigen Grundregeln einmal sauber zu verstehen.
Beva verkauft unterschiedliche Multimeter. Anordnung der Buchsen, Funktionsumfang und Bezeichnungen können deshalb je nach Modell abweichen. Die folgende Anleitung erklärt die Bedienlogik, die bei vielen Geräten gleich ist. Wenn die Beschriftung Ihres Geräts davon abweicht, gilt die Anleitung zum konkreten Modell. Besonders bei Messungen an Netzspannung sollte man nicht raten: Ein günstiges Multimeter ist kein Ersatz für passende Sicherheitskenntnisse und eine geeignete Messkategorie.
Erst die Buchsen prüfen, dann den Drehschalter bedienen
Bei den meisten Beva-Geräten kommt die schwarze Messleitung in die Buchse COM. Sie bleibt dort normalerweise für alle Messungen. Das rote Kabel gehört für Spannung, Widerstand, Durchgang und meist auch Diodentests in die Buchse mit der Kennzeichnung VΩ oder einer ähnlichen Kombination. Eine weitere Buchse ist für Strommessungen vorgesehen und trägt häufig eine Beschriftung wie mA oder A. Manchmal gibt es getrennte Anschlüsse für kleine und große Ströme.
Die Strombuchse ist kein zweiter Anschluss für eine gewöhnliche Spannungsmessung. Im Inneren liegt der Messpfad so, dass ein falsch angeschlossenes Gerät einen sehr niedrigen Widerstand zwischen den Prüfspitzen herstellen kann. Berühren diese Spitzen dann eine Spannungsquelle, kann ein Kurzschluss entstehen. Deshalb kontrolliere ich vor jeder Messung kurz beide Kabel und frage mich: Messe ich Spannung oder Strom? Bei Spannung bleibt das rote Kabel in VΩ. Nur für eine Strommessung wird es in die dafür vorgesehene Buchse gesteckt.
Das Messgerät wird anschließend mit dem Drehschalter auf die passende Funktion gestellt. Symbole wie V⎓ stehen üblicherweise für Gleichspannung, V~ für Wechselspannung, Ω für Widerstand und das Lautsprechersymbol oder ein Diodenzeichen für Durchgang beziehungsweise Diodentest. Bei Geräten mit automatischer Bereichswahl genügt meist die richtige Funktion. Bei manueller Bereichswahl wählt man zunächst einen Bereich, der größer als der erwartete Messwert ist.
Gleich- und Wechselspannung messen
Für eine Batterie, ein Netzteil mit Gleichspannung oder die Bordspannung im Auto wählen Sie V⎓. Die Prüfspitzen werden parallel an die beiden Messpunkte gehalten: Schwarz an den Minuspol, Rot an den Pluspol. Zeigt das Display ein Minuszeichen, ist das meist kein Defekt. Die Spitzen sind lediglich vertauscht. Bei einer 1,5-Volt-Batterie sollte die Anzeige ungefähr in dieser Größenordnung liegen; eine deutlich niedrigere Spannung kann auf eine entladene Zelle hindeuten. Der genaue Wert hängt jedoch auch davon ab, ob die Batterie gerade belastet wird.
Für die Netzspannung wird V~ verwendet. Auch hier wird parallel gemessen, also jeweils eine Spitze an einen der beiden zu prüfenden Leiter. Das ist eine gefährliche Messung, keine gute erste Übung mit einem neuen Gerät. Vorher müssen Messleitungen, Isolierung und Buchsen unbeschädigt sein. Außerdem muss das konkrete Multimeter für die betreffende Spannung und Messkategorie zugelassen sein. Ein Gerät mit unbekannter CAT-Einstufung gehört nicht an eine Hausinstallation. Wenn Sie nicht sicher wissen, welche Leiter Sie prüfen und wie Sie die Spitzen sicher halten, überlassen Sie die Messung einer Elektrofachkraft.
Manche Beva-Multimeter besitzen einen automatischen Bereich, andere zeigen mehrere Spannungsbereiche am Drehschalter. Bei manueller Wahl empfiehlt es sich, mit dem höchsten passenden Bereich zu beginnen und dann herunterzuschalten, bis die Anzeige gut ablesbar ist. Ein zu kleiner Bereich führt meist zu einer Überlaufanzeige, oft „OL“ oder einer ähnlichen Darstellung. Das ist in der Regel eine Bereichsmeldung und kein Beweis dafür, dass die Quelle spannungsfrei ist.
Die passenden Einstellungen auf einen Blick
| Messaufgabe | Einstellung | Anschluss des roten Kabels | Wichtig dabei |
|---|---|---|---|
| Batterie oder DC-Netzteil | V⎓ | VΩ | Parallel messen, Polarität beachten |
| Wechselspannung | V~ | VΩ | Nur mit geeignetem Gerät und sicherer Handhabung |
| Widerstand | Ω | VΩ | Stromkreis vorher abschalten |
| Durchgang | Summer- oder Durchgangssymbol | VΩ | Bauteil muss spannungsfrei sein |
| Strom | A⎓, A~ oder mA | Strombuchse | Messgerät in Reihe schalten |
Widerstand und Durchgang: nur im spannungsfreien Zustand
Eine Widerstandsmessung wird mit der Funktion Ω durchgeführt. Anders als bei der Spannungsmessung hält man die Prüfspitzen dabei nicht an eine eingeschaltete Quelle. Das Multimeter speist für die Messung selbst einen kleinen Prüfstrom ein. Liegt zusätzlich eine externe Spannung an, kann das Messergebnis falsch sein und das Gerät beschädigt werden. Vor dem Messen also die Versorgung abschalten und, wenn möglich, sicherstellen, dass keine Spannung mehr anliegt. Bei Kondensatoren ist außerdem Vorsicht geboten: Sie können Ladung speichern, selbst wenn das Gerät bereits vom Netz getrennt wurde.
Für eine brauchbare Widerstandsmessung ist es häufig nötig, mindestens einen Anschluss des Bauteils aus der Schaltung zu lösen. Bleibt es eingebaut, können parallel liegende Bauteile den angezeigten Wert verändern. Ein Widerstand, der auf dem Tisch 1 kΩ misst, kann in einer Schaltung scheinbar deutlich weniger anzeigen, weil weitere Strompfade mitgemessen werden. Das ist ein häufiger Grund für vermeintlich widersprüchliche Ergebnisse.
Der Durchgangsprüfer ist praktisch, wenn Sie etwa ein Kabel, eine Sicherung oder eine Leiterbahn kontrollieren. Bei vielen Geräten ertönt ein Signal, sobald der Widerstand unter einem bestimmten Grenzwert liegt. Der Summer bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Bauteil unter Betriebsbedingungen in Ordnung ist. Ein Kabel kann im Ruhezustand Durchgang haben und bei Bewegung einen Wackelkontakt zeigen. Bewegen Sie die Leitung während der Prüfung vorsichtig und beobachten Sie, ob Anzeige oder Signal aussetzen.
Strom messen – der Unterschied, der am häufigsten übersehen wird
Spannung wird parallel gemessen, Strom dagegen in Reihe. Das bedeutet: Der Stromkreis muss an einer geeigneten Stelle geöffnet werden, und das Multimeter wird so eingefügt, dass der Strom durch das Gerät fließt. Für ein kleines Verbraucherprojekt kann das überschaubar sein. An einer Netzleitung ist diese Vorgehensweise für ungeübte Personen jedoch ungeeignet.
Vor dem Anschluss wählen Sie die erwartete Stromart – Gleich- oder Wechselstrom – und stecken das rote Kabel in die passende Strombuchse. Beginnen Sie, sofern das Gerät es verlangt, mit dem höheren Strombereich. Prüfen Sie vorher die zulässige Messdauer und den maximalen Strom in der Bedienungsanleitung. Einige Eingänge sind nur für kurze Messungen ausgelegt; bei Überlast kann die interne Sicherung auslösen. Nach der Messung kommt das rote Kabel wieder zurück in VΩ. Das ist eine kleine Gewohnheit, die den gefährlichen Fehler bei der nächsten Spannungsmessung verhindert.
- Spannungsmessung: Prüfspitzen parallel an die Messpunkte halten, rotes Kabel in VΩ.
- Strommessung: Stromkreis öffnen, Multimeter in Reihe einsetzen und die Strombuchse verwenden.
- Widerstand oder Durchgang: Versorgung abschalten und gespeicherte Energie in Bauteilen berücksichtigen.
Wenn die Anzeige nicht plausibel wirkt
Eine Null auf dem Display kann bedeuten, dass an den Messpunkten tatsächlich kaum Spannung anliegt. Sie kann aber ebenso aus einer falschen Funktion, einer schlechten Kontaktstelle oder einer leeren Gerätebatterie resultieren. Prüfen Sie zuerst, ob die Spitzen Metall und nicht Lack, Oxid oder eine isolierende Oberfläche berühren. Bei einer Batterie lässt sich die Funktion des Multimeters oft an einer bekannten Quelle kontrollieren. Wenn eine Sicherung im Strommesspfad ausgelöst hat, funktionieren Spannungsmessungen je nach Bauart trotzdem noch – das Gerät ist dadurch aber nicht vollständig geprüft.
Auch ein ungewöhnlich schwankender Wert hat nicht immer eine geheimnisvolle Ursache. Lose Prüfspitzen, verschmutzte Kontakte und ein zu niedriger Messbereich reichen oft schon aus. Bei automatischer Bereichswahl kann die Anzeige kurz springen, während das Gerät den passenden Bereich findet. Warten Sie einen Moment und halten Sie die Spitzen ruhig. Wenn der Wert danach weiterhin wandert, prüfen Sie die Verbindung und die Quelle, statt sofort dem ersten Ziffernsprung Bedeutung zu geben.
Eine sichere Routine für die erste Messung
Ich würde mit einer Batterie beginnen: schwarze Leitung in COM, rote in VΩ, Drehschalter auf V⎓ und Prüfspitzen an die Pole. So lernen Sie Display, Polaritätsanzeige und Bereichswahl kennen, ohne gleich an einer gefährlichen Spannung zu arbeiten. Danach können Sie an einem spannungsfreien Kabel den Durchgang prüfen. Erst wenn die Unterschiede zwischen Spannung, Widerstand und Strom wirklich sitzen, sollte eine Strommessung dazukommen – und Netzspannung gehört nur dann dazu, wenn Gerät, Messleitungen und eigene Kenntnisse dafür geeignet sind.
Ein Multimeter wirkt durch seine vielen Symbole komplizierter, als es im Alltag sein muss. Die entscheidende Frage vor jeder Messung bleibt dieselbe: Was will ich messen, und fließt der Strom dabei durch das Gerät oder nur an ihm vorbei? Wer diese Unterscheidung verinnerlicht und nach einer Strommessung das rote Kabel zurück in VΩ steckt, vermeidet bereits einen großen Teil der typischen Bedienfehler. Der Rest ist Sorgfalt: ruhig ansetzen, den Messbereich prüfen und eine Messung abbrechen, sobald etwas an Gerät oder Situation nicht eindeutig ist.

Dodaj komentarz
Musisz się zalogować, aby móc dodać komentarz.