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Grundlagen – Abstechen und Einstechen

Das Verfahren Abstechen beschreibt das Abtrennen von Material eines Werkstückes durch Einstechen eines Stechdrehmeißel bis zur Werkstückachse. Der Vorschub erfolgt hierbei über den Querschlitten. Beim Einstechen wird mit dem Stechdrehmeißel lediglich auf einen gewünschten Durchmesser und Breite gedreht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Probleme bei Einstechen & Abstechen
  2. Richtig Einstechen & Abstechen
  3. Abstechmeißel einstellen
  4. Der Stechvorgang
Grundlagen - Abstechen und Einstechen

Probleme beim Einstechen und Abstechen von Werkstücken

Bei vielen Heimwerkern treten während des Einstech- bzw. Abstechvorgang erhebliche Probleme auf. Von stark verschlissenen Werkzeugen über zu starke Schnittkraft Schwankungen der Drehmaschine, bis hin zum Werkzeug- oder Plattenbruch. Die Liste der Probleme und Fragen die sich daraus ergeben sind lang. Mit den richtigen Tipps lassen sich jedoch viele dieser Probleme umgehen.

Häufige Probleme

  • Starker Verschleiß
  • Schnittkraft Schwankungen
  • Werkzeug- oder Plattenbruch
  • Hohe Vibrationen

Richtig Einstechen und Abstechen

Um die benannten Probleme beim Einstechen und Abstechen vermeiden zu können, ist die Wahl des richtigen Stechdrehmeißel entscheidend. Dieser sollte an die Bedingungen der Maschine und des zu bearbeitenden Materials angepasst werden. Wichtige Merkmale sind hier die Breite, die Tiefe und der Schneidstoff des Stechdrehmeißel.


Zur optimalen Breite des Stechdrehmeißel lässt sich sagen, je größer und leistungsstärker die Drehmaschine ist, desto breiter darf die Schneide sein. Für kleine Drehmaschinen insbesondere Tischdrehmaschinen empfiehlt sich ein Stechdrehmeißel mit einer geringen Schneidenbreite (z.B 1,5mm). Diese übt einen deutlich geringeren Druck auf die Antriebsspindel der Maschine aus.


Die Tiefe des Stechdrehmeißels sollte so lang wie nötig, aber so kurz wie möglich eingestellt sein. Das verhindert starke Vibrationen beim Stechdrehen.


Der Schneidstoff des Werkzeuges ist auf die Bearbeitung bestimmter Materialien (Werkstoffe) ausgelegt und gibt auch Aufschluss über die optimalen Schnittdaten. Es genügt hier nicht, die Schnittdaten anhand des Materials zu wählen, ohne den Schneidstoff der Werkzeuges zu berücksichtigen. Insbesondere bei Stechdrehmeißeln mit Hartmetallplatten, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Schneidstoffe, die für die Bearbeitung unterschiedlicher Materialien ausgelegt sind.


Beim Kauf eines Stechhalter mit Wendeschneidplatten, sollten sie sich daher unterschiedliche Wendeschneidplatten für verschiedene Materialien zulegen.
>> Mehr Informationen darüber, welche Schneidstoffe für welches Material geeignet sind, erfährst du hier.

Abstechmeißel einstellen

Wie jeder andere Drehmeißel auch, muss auch der Abstechmeißel richtig eingestellt werden. Beim Abstechmeißel hat das Einstellen allerdings noch einmal eine besondere Bedeutung, da dieser empfindlicher ist. Der Meißel muss nicht nur exakt auf Mitte der Werkstückachse eingestellt werden, sondern auch Rechtwinklig zu dieser.

Die Höhe stellst du am besten mithilfe der Zentrierspitze im Reitstock ein. Dafür fährst du mit dem im Schnellwechselhalter eingespannten Stechdrehmeißel an die Zentrierspitze des Reitstocks und stellst die Schneidkante auf die gleiche Höhe der Zentrierspitze.

Der Stechvorgang


Während des Stechdrehen sollte ein gleichbleibender Vorschub ausgeübt werden. Starke Schwankungen beim Vorschub können dazu führen, dass die Schneide des Stechdrehmeißel bricht oder stark verschleißt.


Der Vorschub sollte nicht zu gering gewählt sein, da die Schneide Druck braucht beim Eintauchen. Damit reduzierst du zusätzlich Schwingungen und Vibrationen während der Bearbeitung.


Es ist durchaus eine Option beim Abstechen den automatischen Planvorschub der Maschine (sofern vorhanden) zu nutzen. Hier solltest du dich an die Vorschubwerte des Wendeschneidplatten Herstellers richten, oder bei HSS an die Richtwerte im Tabellenbuch.


Des Weiteren solltest du immer wieder den Span brechen. Das machst du, indem du alle paar Millimeter den Querschlitten minimal zurückfährst um die Schneiden kurz aus dem Eingriff zu nehmen. So können die Späne brechen und du kannst die Schneide wieder ansetzen. 


Hartmetall Wendeschneidplatten sollten entweder konsequent (also durchgehend) gekühlt werden, oder überhaupt nicht. Unterbrochenes Kühlen führt zu Temperaturschwankungen, die zum Bruch der Schneide führen können.


Bei HSS als Schneidstoff passiert das nicht so ohne weiteres. Hier kann auch punktuell und sparsam gekühlt werden. Es empfiehlt sich aber sich auf eine Methode festzulegen.

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